[053] Kriegsrecht - Episodenbewertung - SciFi-Forum

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[053] Kriegsrecht - Episodenbewertung

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    #16
    Ja, eine sehr gute Folge war das. Es spitzt sich die gesamte Rahmenhandlung merklich zu, die Spannung steigt und der große Knall, das spürt man, steht kurz bevor. Es wundert mich eh, dass Sheridan noch immer davon überzeugt ist, dass auf der Erde bald wieder Ruhe einkehren und sich schpon irgendwie alles wieder normalisieren wird.
    Die Narn sind nun also die neue Sicherheitstruppe an Bord. Wiedermal hat man an Bord der Station die Bürokratie ausgenutzt, um einen Konflikt zu lösen, sehr clever
    Die Szene mit Vir und Londo auf der Couch hatte was lustiges, aber gleichzeitig auch ernstes an sich. Man fragt sich nur, wer von den beiden wohl zuerst Imperator wird...

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      #17
      Eine sehr gute Episode an der es eigentlich nichts zu bemängeln gibt, mir fällt jedenfalls kein Schwachpunkt ein.
      Besonders stark ist zum einen die Darstellung von Zack und ebenso Lady Morellas Prophezeiung zu Londos und Virs Zukunft.

      gebe 6 Sterne
      I don't need Drugs.
      Just give me Music...

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        #18
        Hm, dieser Nightwatch-Kram ist mir ja doch eine Nummer zu naiv und zu plump. Wirklich. Und da gehen mir auch die Fingernägel hoch. Das nimmt dem ganzen dann doch eine ganze Menge wieder weg. Deswegen gibts einen Punkt Abzug: 3 Sterne.
        Republicans hate ducklings!

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          #19
          Dumm nur, daß diese naive und plumpe Tour in der Realität immer wieder funktioniert. Dafür kann ein Autor eigentlich nicht wirklich was.
          B5-Musikvideo gefällig?
          Oder auch BSG?

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            #20
            Zitat von Mayan Beitrag anzeigen
            Dumm nur, daß diese naive und plumpe Tour in der Realität immer wieder funktioniert. Dafür kann ein Autor eigentlich nicht wirklich was.
            Du hast mir die Worte auf dem Mund genommen Diese "plumpe" und "naive" Tour ist genau das, was bei den meisten Menschen anschlägt.

            Und in Babylon 5 wird wunderschön gezeigt, wie die Mischung aus Propaganda, Gruppenzwang und Obrigkeitsglauben funktioniert. Gib noch zusätzlich den Unwissenden und Unterprivilegierten einen Titel, ein Abzeichen und ein bisschen Macht und sie verraten Freunde und Familie.

            Es hat in der Vergangenheit funktioniert und wird immer wieder funktionieren, wenn die Saat auf fruchtbaren Boden trifft.

            Nur ein ganz geringer Prozentsatz an Menschen ist wirklich in der Lage, sich dem zu widersetzen. Da ich selber schon einmal erlebt habe wie es ist, wenn man solch massivem Gruppenzwang ausgesetzt ist, kann ich mich mit der Figur des Zack Allen sehr gut identifizieren.

            Das Ganze ist von JMS brilliant arrangiert und richtig dosiert gesteigert worden, bis es sich schließlich in diesem ersten Finale der dritten Season entlädt - und die überwältigende Mehrheit der Babylon-5-Zuschauer ist da mit uns auch einer Meinung.
            "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
            "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
            (George Orwell)

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              #21
              Naja, man könnte meinen in 250 Jahren hätten die Menschen wenigstens ein bisschen gelernt- und sei es nur das Erkennen von offensichtlichem Faschismus.
              I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                #22
                Zitat von Mayan Beitrag anzeigen
                Dumm nur, daß diese naive und plumpe Tour in der Realität immer wieder funktioniert. Dafür kann ein Autor eigentlich nicht wirklich was.
                Och, ich habe mich mit derlei Dingen durchaus ernsthaft und intensiv beschäftigt, sowohl mit dem Übergang von der Demokratie in die Diktatur 1933ff. und dem Konversion von der Diktatur in die Demokratie 1945-1955. So simpel, wie es hier dargestellt wird, "funktioniert" es in der "Realität" nämlich nicht.
                Republicans hate ducklings!

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                  #23
                  Zitat von endar Beitrag anzeigen
                  So simpel, wie es hier dargestellt wird, "funktioniert" es in der "Realität" nämlich nicht.
                  Na ja, es ist halt trotz des Lobeshymnen doch nur ne Fernsehserie, die hat imo das Recht Sachen vereinfacht darzustellen.

                  Was konkret war dir denn zu simpel, damit ich da beim nächsten Mal genauer darauf achte. Bald bin ich ja auch wieder soweit. Oder hat dich ganz einfach die schwarz-weiß-Malerei zwischen pöhsen, kurzsichtigen und ideologisch verblendeten Nightwatch-Mitgliedern und den Helden gestört?

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                    #24
                    Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                    Na ja, es ist halt trotz des Lobeshymnen doch nur ne Fernsehserie, die hat imo das Recht Sachen vereinfacht darzustellen.
                    Also, dass es eine Fernsehserie ist, habe ich niemals bestritten. Sätze wie "So ist das also im 23. Jahrhundert" etc. wirst du von mir kaum zu lesen bekommen, es sei denn, ironisch gemeint. Ich betrachte das im übrigen auch als Fernsehserie und nehme mir das Recht heraus, vereinfachte Darstellungen als plump zu bezeichnen und dafür einen der 15Fastilliarden Sterne abzuziehen.

                    Was konkret war dir denn zu simpel, damit ich da beim nächsten Mal genauer darauf achte. Bald bin ich ja auch wieder soweit.
                    Och, wo die Reise hingeht, ist dem aufmerksamen Zuschauer bereits klar, als dieses "Nightwatch" das erste Mal auftritt. Entsprechend ist die gesamte Entwicklung schon wenig überraschend. Was wurde denn da gezeigt? Da werden irgendwelche Leute angequatscht, genommen und drei, vier Szenen später schleppen diese schon Ladenbesitzer ab. Kannst du dir nicht vorstellen, dass jemand für plump hält? Für eine genaue Aussage müsste ich mir die Szenen nochmal ansehen.
                    Republicans hate ducklings!

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                      #25
                      Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                      Naja, man könnte meinen in 250 Jahren hätten die Menschen wenigstens ein bisschen gelernt- und sei es nur das Erkennen von offensichtlichem Faschismus.
                      Schön wär's. Ich persönlich glaube nicht daran, daß "die Menschen" das jemals wirklich lernen werden. Ewige Wachsamkeit und so, anders wird es nie funktionieren. Aber, wie gesagt, das ist halt Ansichtssache.

                      Zitat von endar Beitrag anzeigen
                      Och, ich habe mich mit derlei Dingen durchaus ernsthaft und intensiv beschäftigt, sowohl mit dem Übergang von der Demokratie in die Diktatur 1933ff. und dem Konversion von der Diktatur in die Demokratie 1945-1955. So simpel, wie es hier dargestellt wird, "funktioniert" es in der "Realität" nämlich nicht.
                      Nein? Ich persönlich finde "Kauft nicht beim Juden" nicht wirklich subtiler als das, was die Nightwatch so veranstaltet. Ich habe mich damit nämlich auch schon etwas intensiver beschäftigt - das ist so ein Thema, von dem ich einfach nicht loskomme. Und leider sind die immer wieder verwendeten Mechanismen, ob sie sich nun auf "jüdische Untermenschen", "Kommunistennazis", "Tutsikakerlaken" oder sonstwen beziehen tatsächlich erschreckend simpel. Genau das ist eigentlich das Schlimmste daran.
                      B5-Musikvideo gefällig?
                      Oder auch BSG?

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                        #26
                        Schlimmer als die latente Naivität der Massen, die solche Phänomene immer wieder möglich machen, finde ich diejenigen, die zu verharmlosen versuchen, so nach dem Motto: "Naja, jetzt wissen wir ja, was passieren kann, da wird das nicht nochmal passieren, wir sind ja nicht doof."

                        Wenn eines gewiss ist, dann dass es nochmal passieren wird. Irgendwo, irgendwann. Wohl kaum da, wo es schon mal passiert ist (jedenfalls nicht in absehbarer Zukunft) aber solche Mechanismen suchen sich ja immer Orte aus, die dafür am Anfälligsten sind.

                        Und dann wird es so ablaufen wie immer: Einige werden mitmachen, die Masse wird den Kopf einziehen und nur ein paar wenige werden wirklich Widerstand leisten.

                        Natürlich hat jemand, der sich mit dem Dritten Reich oder mit dem Spitzelsystem der DDR befasst hat, sofort den Braten gerochen haben, als das erste Mal die Nightwatch-Armbinde aufgetaucht ist.

                        Der Punkt ist aber, dass diejenigen, die nicht über diese Art Bildung verfügen (sei es, weil sie nicht daran interessiert sind oder weil sie sich sicher vor solchen Mechanismen wähnen), begreifen, welche Gefahren im Verborgenen lauern und dass man den Anfängen wehren muss.

                        Die Botschaft in B5 ist an die gerichtet, die sich sicher fühlen. Ich persönlich gehöre nicht dazu aber das schmälert nicht die Aussagekraft dahinter.

                        Abgesehen davon steckt in dieser Episoden-Trilogie ("Messages from Earth", "Point of no return" und "Severed Dreams" sind als ein Dreiteiler zu betrachten) weit mehr, als nur Nightwatch. Diese drei Episoden sind der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Serie, die Protagonisten schalten um von Reaktion auf Aktion und nehmen selber das Heft in die Hand. Ich halte diese Episoden-Trilogie für das bisher stärkste, was ich an Science-Fiction im Fernsehen gesehen habe.
                        "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
                        "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
                        (George Orwell)

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                          #27
                          Zitat von Mayan Beitrag anzeigen
                          Nein? Ich persönlich finde "Kauft nicht beim Juden" nicht wirklich subtiler als das, was die Nightwatch so veranstaltet. Ich habe mich damit nämlich auch schon etwas intensiver beschäftigt - das ist so ein Thema, von dem ich einfach nicht loskomme. Und leider sind die immer wieder verwendeten Mechanismen, ob sie sich nun auf "jüdische Untermenschen", "Kommunistennazis", "Tutsikakerlaken" oder sonstwen beziehen tatsächlich erschreckend simpel. Genau das ist eigentlich das Schlimmste daran.
                          Nein, so simpel ist das nicht. Die Leute z.B., die am 1.4.1933 den Aprilboykott veranstaltet haben, waren nämlich keine Leute, die am 30.1.1933 von der Straße geholt wurden, um an einer "Bürgerwehr" teilzunehmen. Das ist eine bagatellisierende Darstellung und Vereinfachung historischer Prozesse. Der Aprilboykott war nämlich keineswegs von oben aufgezwungen, im Gegenteil: Er wurde von der "Basis", also der SA und den sog. "Alten Kämpfern" verlangt und bald erzwungen. Die 3-Szenen-Abhandlung a la "Hoppla, schon ist die Diktatur da"- Darstellung ist eben nicht nur bagatellisierend, wenn es ums "Dritte Reich" geht, sondern allgemein. Ist ja für eine Fernsehserie, SFJunky, völlig in Ordnung, aber man muss ja nun auch nicht so tun, als sei das eine "realitätsnahe" Darstellung einer gesellschaftlichen Faschistoisierung.
                          Republicans hate ducklings!

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                            #28
                            Es ist eine Science-Fiction-Serie - wie realitätsnah kann sie sein?

                            Wir reden ja hier nicht über eine Dokumentation, Menschenskind...

                            Trotzdem bleibt unterm Strich, dass ein Abgleiten in ein Terrorregime so ziemlich genau nach dem Muster vonstatten geht, das Präsident Clark in Babylon 5 durchexerziert. Das ist sozusagen das "Handbuch des Diktators".

                            Selbstverständlich sind das alles Simplifizierungen aber entscheidend ist, dass die Botschaft ankommt.

                            Was man auch nicht vergessen darf, ist dass jede Season 1 Jahr repräsentiert. Wenn man also jeden Tag eine Folge sieht, und man damit dann in drei Wochen durch ist, hat man die Entwicklung quasi in Zeitraffer durchlaufen und das führt dann unter Umständen zu dem Eindruck, das das alles so "hoppla" funktioniert.

                            Hier ist Abstraktionsvermögen gefragt.
                            "Wenn das deutsche Fernsehen ein Pferd wäre, hätte man es schon längst erschossen" (Oliver Kalkofe)
                            "Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann ist es das Recht Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen"
                            (George Orwell)

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                              #29
                              Erst ist die Realitsnähe der große Pluspunkt von Babylon5 und jetzt wird argumentiert, dass es als Fernsehserie ja gar nicht so realitätsnah sein kann

                              Natürlich ist B5 nur eine einfache simple Fernsehserie, so wie jede andere auch. Und B5 muss sich eben auch damit abfinden, dass es genau so behandelt wird wie jede andere popelige TV-Serie auch. Und wenn ich mir die Episoden nur im zwei-Wochen Rythmus ansehen darf, damit die Serie gut wirkt, dann ist bei der Serie wohl irgendwas falsch gelaufen.

                              Ich teile zwar endars teils sehr niedrige Bewertunge nicht, aber anscheinend müssen hier manche Leute mal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. JMS ist kein Shakespeare, kein Poe und auch kein Mozart. Babylon5 ist keine Bibel und auch keine von Mozarts Sinfonien oder irgendein anderes Kunstwerk, was sich erst nach einem Kunststudium begreifen lässt. JMS ist ein einfacher Serienautor (der zugegebenermaßen mehr an seiner Geschichte als am Geld hängt) und B5 eine Fernsehserie.
                              "Steigen Sie in den Fichtenelch! - Steigen Sie ein!"

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                                #30
                                Diese Aussage

                                Zitat von Laserfrankie Beitrag anzeigen
                                Es ist eine Science-Fiction-Serie - wie realitätsnah kann sie sein?

                                Wir reden ja hier nicht über eine Dokumentation, Menschenskind...
                                und diese Aussage

                                Trotzdem bleibt unterm Strich, dass ein Abgleiten in ein Terrorregime so ziemlich genau nach dem Muster vonstatten geht, das Präsident Clark in Babylon 5 durchexerziert. Das ist sozusagen das "Handbuch des Diktators".
                                sind völlig widersprüchlich.

                                Hier ist Abstraktionsvermögen gefragt.
                                LOL. Und ich dachte, jede Folge würde eine Stunde in "echt" darstellen.
                                Republicans hate ducklings!

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