[220] "Das neue Caprica, Teil 2" / "Lay Down Your Burdens, Part 2" - SciFi-Forum

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      Adama ist da leider gespiegelt. Salutieren mit Links? I don't think so

      Im Vergleich mit dem Adama oben links sieht man es auch. Die Uniform verläuft vorne in die andere Richtung
      "Bright, shiny futures are overrated anyway" - Lee Adama, Scar
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      Throughout history the nexus between man and machine has spun some of the most dramatic, compelling and entertaining fiction." - The Hybrid, The Passage

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        Êben geguckt und ganz, ganz gemischte Gefühle (übrigens ganz interessant BSG halbbetrunken zu gucken - die ersten 20 Minuten von LDYB Part 1 kamen mir wie ein sehr nettes Musikvideo vor).

        Ich hab kein Problem mit der Zeltstadt. Die kann ich nachvollziehen. Allerdings bin ich kein Freund von derartigen Zeitsprüngen und den bei Star Trek üblichen und unweigerlich damit verbundenen Rollbacks. Der nun angefangene Plot lässt sich aber wohl nicht ohne Rollback auflösen oder aber er wird beibehalten, was ich noch schlimmer fände - einfach mal ein Jahr ausblenden und die Zuschauer an was ganz anderesgewöhnen. Nein, ich kann mir auch nicht vorstellen, das RDM&CO. sowas durchziehen werden. Ich denke, das der Status Quo nur eine Vision der Ergeignisse ist, die durch Baltars Präsidentschaft entstehen werden und die ddurch einen Rollback egalisiert werden. Keine schöne Sache - wenn es Star Trek wäre. Bei BSG bin ich aber fast zuversichtlich, das selbst ein Rollback eine aufregende statt verstörende Angelegenheit wird.

        Dennoch, von mir nur 4 Sterne - mein Minimum, das ich für ein Staffelfinale erwarten würde. Bin schon enttäuscht über die Entwicklungen, die sich abzeichnen.

        P.S.: Dieses Wallpaper ist ja gruselig ...

        P.S.S.: Ach, was mich wirklich gestört hat: In einer der vorherigen Episoden hatte man kein Problem damit, ein Baby in den Augen der Eltern sterben zu lassen. Hier kriegen nun alle wegen einem Wahlbetrug kalte Füße. Jeder muß doch gesehen haben, was Baltar als Präsident bedeutet - die Auslöschung der Menschheit o.Ä.. Selbst dem neunmalklugen "Colonel, Colonel, da, ein Ionensturm"-Gaeta hätte man in den Schädel prügeln können, der er besser die Füße still halten sollte. Aber nein, wir sind ja plötzlichen ganz demokratisch korrekt - lieber demokratisch untergehen als monarchistisch (oder was auch immer) zu überleben.

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          Es wird keinen Reset Button geben. Das ist so passiert und der Anfang der dritten Staffel wird sich um die Konsequenzen drehen.
          Die Gründe für die Veränderungen bei ein paar der Charaktere werden dabei auch erklärt werden
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            Zitat von Lukewarm
            In einer der vorherigen Episoden hatte man kein Problem damit, ein Baby in den Augen der Eltern sterben zu lassen. Hier kriegen nun alle wegen einem Wahlbetrug kalte Füße.
            Dem Baby ist ja nichts passiert und die Entscheidung es von seinen Eltern fern zu halten, hatte in erster Linie etwas mit der tief verankerten Angst vor den Cylonen und was ein Cylonenhybrid anrichten könnte zu tun. Klar ist es hart für Sharon und Helo, aber aus Sicht Roslins rechtfertigt das potentielle Risiko ihr Handeln. Und Cylonen (und wahrscheinlich auch Cylonenhybriden) gelten immer noch nichts in den Wertvorstellungen der Menschen, daher hat Roslin in dieser Situation wahrscheinlich noch nicht einmal ein Unrechtsempfinden (obwohl ihr wenigstens Helo ein wenig Leid tun könnte... ).

            Bei der Wahl liegt es anders. Mit welchem Recht kann sich Roslin als die einzige rechtmäßige Führerin der Menschheit ansehen? Sie wurde nie ins Amt der Präsidentin gewählt und sie wurde sogar eindeutig von den Menschen in der Flotte abgewählt. Nur weil Baltar ihr nicht gefällt, ist das noch kein Grund die Wahl zu fälschen und für Baltars "Vergehen" gibt es keine Beweise.
            Zitat von Lukewarm
            Jeder muß doch gesehen haben, was Baltar als Präsident bedeutet - die Auslöschung der Menschheit o.Ä..
            Für die meisten Menschen in der Flotte ist Baltar immer noch der geniale Wissenschaftler, dem man sein manchmal etwas merkwürdiges Verhalten nachsieht und der eine attraktive Gegenposition zu Roslins zunehmend unbequemen politischen Entscheidungen bezieht. Seine Rolle beim Untergang der Kolonien und die Tatsache, dass in seinem Kopf eine Cylonin rumspukt, kennt ja nur der Zuschauer.
            Zitat von Lukewarm
            Selbst dem neunmalklugen "Colonel, Colonel, da, ein Ionensturm"-Gaeta hätte man in den Schädel prügeln können, der er besser die Füße still halten sollte.
            Die Stelle mit dem Ionensturm muss ich übersehen haben...
            Aber jetzt mal ehrlich: Gaetas Verhalten ist eigentlich vorbildlich. Angenommen man entdeckt einen Fall von Wahlbetrug? Durchgeführt von einem direkten Vorgesetzten. Läßt man ihn damit durchkommen? Oder meldet man seine Entdeckung und riskiert damit seine eigene Karriere? (Hat Gaeta seinem Job im CIC eigentlich freiwillig aufgegeben oder wurde er von Tigh rausgeworfen? Oder hat er einfach hingeschmissen nachdem der Wahlbetrug für Tigh keine Konsequenzen hatte? Oder hat ihm Baltar aus Dank einen besseren Job angeboten?)
            Zitat von Lukewarm
            Aber nein, wir sind ja plötzlichen ganz demokratisch korrekt - lieber demokratisch untergehen als monarchistisch (oder was auch immer) zu überleben.
            Nun ja, hier spielt eindeutig der Aspekt eine Rolle, dass Überleben alleine nicht reicht, sondern dass man wert sein muss zu überleben.

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              Helo, du hast ja Recht mit dem, was du sagst, und ich hab mich an einigen Stellen auch unglücklich ausgedrückt, bspw. was Gaeta angeht.

              Ich bin nur etwas verwundert, weil man gerade jetzt so tugendhaft wird. Man war sich schließlich sonst nie zu schade, zweifelhafte Entscheidungen zu treffen, wenn man glaubte, das es dem Überleben dienlich sei. Sharons Baby ist nur eines von vielen Beispielen.

              Baltar steht im Verdacht, die Menschheit verraten und der Auslöschung preis gegeben zu haben. Eine solche Person kann man nicht Präsident werden lassen, auch wenn kein Beweiß vorliegt - allein der Verdacht einer solchen Tat verbietet dies. Man brauchte doch auch keine Beweise, um Sharons Baby verschwinden zu lassen. Dies ist auch auf Verdacht hin geschehen, obwohl das Baby genauso gut ein Friedensbringer hätte sein können.

              Adama und Roslin stehen sich nah. Adama vertraut und wird ihr geglaubt haben, was sie über Baltar weiß. Ich bin sowieso überrascht, weil Adama Baltar nicht gleich den Hals umdreht. Aber egal, es geht auch darum, das Adama und die militärische Führung um die Gefahr des Settlements auf New Caprica weiß. Und nun lässt die Dinge sehenden Auges ihren verhängnisvollen Lauf nehmen. An Gaetas Stelle würde ich mir mittlerweile, nach Ankunft der Cylons, ins Knie beißen und mir wünschen, nicht so "tugendhaft" und vorbildlich gewesen zu sein.

              Kurzum; es ist für mich ein Problem der Verhältnismäßigkeit. Bei kleineren Gelegenheiten war man nicht so politisch und ethisch korrekt und nun reden wir von der möglichen Auslöschung der Menschheit und da fangen Adama&Co. auf einmal an, die Demokratie wahren zu wollen. Wenn sie wirklich irgendeinem Gott beweisen wollen, das sie es wert sind zu überleben, dann sollten sie damit anfangen, wie man mit Gefangenen umgeht o.ä. Am Tag des jüngsten Gerichts wird wohl keiner den politischen Fehltritt in einer derartigen Situation anprangen, vor allem wenn dadurch die Menschheit wohlmöglich gerettet wird.

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                Der Vergleich mit Sharons Baby hinkt gewaltig und ist ziemlich billig.
                Bei Hera geht es um eine Entscheidung mit einer sehr begrenzten Tragweite. Die größte Auswirkung ist vielleicht, dass man Sharons Kooperation verliert wenn sie die Wahrheit erfährt. Wie die Cylonen als Ganzes reagieren werden, ist schwer einzuschätzen.
                Bei der Wahl geht es um die Basis der gesamten Gesellschaft. Etwas von dem wirklich jeder betroffen ist. Inzwischen dürfte feststehen, dass sich eine Diktatur kaum durchsetzen lässt. Man ist auf die freiwillige Zusammenarbeit mit den zivilen Schiffen angewiesen und kann sie schlecht zu etwas zwingen.

                Baltar steht im Verdacht, die Menschheit verraten und der Auslöschung Preis gegeben zu haben
                Nur Roslin hat diesen Verdacht! Wie gesagt, weißt du das vielleicht als Zuschauer, aber vor Epiphanies hatte niemand etwas ernsthaftes an Baltar auszusetzen.

                Eine solche Person kann man nicht Präsident werden lassen, auch wenn kein Beweiß vorliegt - allein der Verdacht einer solchen Tat verbietet dies.
                Man brauchte Beweise. Sie kann die Wahl - oder Baltars Kandidatur - nicht einfach einseitig für ungültig erklären. Das liefe auf eine Diktatur hinaus. Siehe oben.
                Roslin hätte ihren Verdacht öffentlich machen können, aber das hätte wahrscheinlich wie ein verzweifelter Versuch ausgesehen, Baltar zu diskretitieren. In der Presse wäre es zu Spekulationen gekommen, aber mehr als wilde Gerüchte wären das nicht gewesen. Ob das gereicht hätte den Ausgang zu beeinflussen kann man schlecht sagen

                Die Wahl zu fälschen war da unauffälligste Lösung

                Aber egal, es geht auch darum, das Adama und die militärische Führung um die Gefahr des Settlements auf New Caprica weiß. Und nun lässt die Dinge sehenden Auges ihren verhängnisvollen Lauf nehmen.
                Er versucht ja noch einmal mit Baltar zu reden. Das ist alles was er legal tun kann. Dass er damit nicht glücklich ist, ist auch deutlich

                Roslins Vorschlag die New Caprica Frage aus der Wahl herauszulassen wäre die beste Lösung gewesen.
                Wirklich realistisch betrachtet hätte diesem Punkt eine größeren Stellenwert eingeräumt werden müssen, damit mehr Leute als nur Roslin und Baltar daran beteiligt sind. Aber das war nun mal einer der dramatischen Aufhänger der Folge

                Adama und Roslin sind sicher nicht die einzigen, die deswegen Bedenken haben. Aber wieso sollte ihre Meinung mehr zählen als die anderer Leute?

                Bei kleineren Gelegenheiten war man nicht so politisch und ethisch korrekt und nun reden wir von der möglichen Auslöschung der Menschheit und da fangen Adama&Co. auf einmal an, die Demokratie wahren zu wollen.
                Es geht um die Zukunft der Menschheit. Nicht um deren Auslöschung. Niemand konnte 100%ig wissen was geschehen würde.
                Du argumentierst wieder mit Fakten die nur der Zuschauer kennt. Und das auch nur im nachhinein.

                Es ging darum, dass viele Leute genug davon hatten in engen Raumschiffen leben zu müssen und das anscheinend sichere New Caprica als eine echte Alternative sehen.
                Objektiv betrachtet vielleicht eine kurzsichtige Betrachtungsweise und Entscheidung, aber seit wann sehen Wähler schon mal "the big picture"? Andererseits gibt es aber auch keine greifbare Langzeit Perspektive.
                Roslin hatte noch Anhänger, die vielleicht an die Erde glaubten, aber nicht genug. Und sie kann es sich nicht leisten zu viel über die Köpfe der Bevölkerung hinweg zu entscheiden

                Wenn sie wirklich irgendeinem Gott beweisen wollen, das sie es wert sind zu überleben
                Das hat nichts mit Religion zu tun
                Zuletzt geändert von Serenity; 28.05.2006, 17:14.
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                  Zitat von Lukewarm
                  Aber egal, es geht auch darum, das Adama und die militärische Führung um die Gefahr des Settlements auf New Caprica weiß.
                  Eigentlich war die Besiedlung New Capricas keine so schlechte Idee. An sich war der Planet ideal. Dadurch, dass um New Caprica herum die Sensoren nicht funktionieren war der Planet das ideale Versteck vor den Cylonen und wäre es auch geblieben, wenn Gina nicht auf so spektakuläre Art Selbstmord begangen hätte. Die Cylonen hätten dann wahrscheinlich Jahrhunderte lang suchen können ohne die Menschen zu finden.

                  Roslins idealistische Suche nach dem mystischen Planeten Erde war da für die Menschen, die Monatelang in den Schiffen eingesperrt waren nicht die bessere Alternative.

                  Hier macht nBSG übrigens nicht den gleichen Fehler wie die Originalserie in der Woche um Woche von Menschen besiedelte Planeten besucht wurden, aber die "letzten" Überlebenden der Menschheit nie einen Gedanken daran verloren sich auf einem dieser Planeten niederzulassen (oder was nach dem Weiterziehen aus diesen Planeten werden würde, wenn die Cylonen dort vorbeikommen würden).

                  Für die Zukunft kann diese Episode nur von Vorteil sein. Das Besiedeln irgendeines Planeten ist eindeutig gescheitert. Egal über wieviele Erd- oder sollte ich sagen Kanada-ähnliche Planeten man noch stolpern wird, das Scheitern der Besiedlung New Capricas hat dem Ziel Erde eindeutig einen neuen Stellenwert gegeben.
                  Zitat von Lukewarm
                  An Gaetas Stelle würde ich mir mittlerweile, nach Ankunft der Cylons, ins Knie beißen und mir wünschen, nicht so "tugendhaft" und vorbildlich gewesen zu sein.
                  Ich denke das tut er auch. Gaeta wirkt nach einem Jahr auf New Caprica alles andere als glücklich. Aber das ändert ja nichts daran, dass er ein Jahr zuvor korrekt gehandelt hat.

                  Zitat von Lukewarm
                  Bei kleineren Gelegenheiten war man nicht so politisch und ethisch korrekt und nun reden wir von der möglichen Auslöschung der Menschheit und da fangen Adama&Co. auf einmal an, die Demokratie wahren zu wollen.
                  Die Verhältnismäßig bleibt gewahrt, aber man muss dabei den Stellenwert berücksichtigen den die Cylonen aus Sicht der Menschen einnehmen. Das Leben eines Cylonen besitzt keinen Wert. Man kann sie Foltern, erschiessen oder zur nächsten Luftschleuse rauswerfen ohne das sich das Unrechtsempfinden der Menschen rührt. Immerhin sind die Cylonen der Feind. Dagegen wirkt es schon fast wie ein enormer Fortschritt das Halb-cylonsche Baby seiner cylonischen Mutter "nur" wegzunehmen. Extremer wäre es gewesen die potentielle Gefahr des Hybridkindes aus dem Weg zu räumen indem man das Kind wirklich tötet und dessen Tod nicht nur vortäuscht.

                  Gerade Adama macht im Laufe von Season 2 (auch als Folge seines beinahe Todes) eine deutliche Entwicklung durch. So überraschend kommt sein Einsatz für die Werte der Demokratie nicht. Ausschlaggebend war wohl sein Gespräch mit Sharon vor der Schlacht in "Resurrection Ship, Part 2" in dem es darum ging, ob die Menschheit wert sei zu überleben.

                  Im Gegensatz dazu hatte die ursprünglich idealistischere Roslin (in der Miniserie) durch die Ausübung des Präsidentenamtes einiges am Idealismus bezüglich der Wahrung der Demokratie verloren. Zum Beispiel musste sie gegen ihre persönlichen Überzeugungen das Abtreibungsverbot durchsetzen. Gerade weil sie bei so vielen "kleinen" Dingen ihre Prinzipien hat über Bord gehen lassen, wird der Wahlbetrug zu einer "grossen" Sache.

                  Klar hätten sie den Wahlbetrug durchziehen können. Aber dann wäre Roslin nur noch ein Diktatorin, gestützt durch das von Adama geführte Militär, gewesen.
                  Wenn sie wirklich irgendeinem Gott beweisen wollen, das sie es wert sind zu überleben, ...
                  Das hat nichts mit Gott zu tun (oder den Göttern ). Es geht um die Frage, ob die Bedrohung durch die Cylonen ausreichen darf, um alle demokratischen Grundlagen ihrer Gesellschaft zu Gunsten einer Diktatur über Bord zu werfen.

                  Und ja, die Frage wie die Menschen mit ihren (cylonischen) Gefangenen umgeht gehört mit dazu. Aber dazu müssen erstmal die demokratischen Werte bewahrt und nicht zugunsten einer Diktatur geopfert werden.

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                    Ich hab vielleicht eine falsche Vorstellung von einer Diktatur, aber ich hätte die nachfolgende Konstellation nicht als Diktatur gesehen. Eine echte Demokratie war es in der Ausübung in meinen Augen eh nie sondern, ganz natürlich, eine militärisch/politische Führung, die den sicheren Fortbestand der Menschheit zum Ziele hat. Dem Überleben der Menschheit müssen dabei Opfer gebracht werden und da sehe ich auch nichts Verwerfliches dran unter den Umständen (wir haben doch auch soviel Spaß an der Serie, weil sie genau diesen Überlebenskampf thematisiert oder nicht), weshalb ich nicht damit konform, wenn die Menschen ausgerechnet an der Stelle evtl. ihr Recht auf ihre Existenz beweisen wollen. Im Grunde war es schon die ganze Zeit eine Diktatur und ich denke, es hätte sich auch nix daran geändert (aber dazu gleich mehr).

                    Zu einem anderen Zeitpunkt, in einer anderen Konstellation, hätte ich nix dagegen gesagt, wenn Baltar oder Zarek die Führerschaft übernommen hätten. Aber hier haben wir, wenn ich alles richtig zusammen kriege (muß die Episode nachher nochmal gucken - nüchtern) folgende Situation: Zunächst einmal wäre Tigh mit seinem Plan erfolgreich gewesen, wenn Gaeta die Füße still gehalten hätte. Es haben nur Tigh, Dualla, Gaeta und letztendlich auch Adama und Roslin von dem Betrug gewusst, sonst niemand. Roslin könnte noch Präsident sein, wenn alle die Klappe gehalten hätten.

                    Dann ist da wie gesagt der unglaubliche Verdacht gegen Baltar. "Proof" hin oder her, einer solchen Person kann man die Führerschaft nicht anvertrauen. Abgesehen davon hat die Führung auch ganz große Bedenken gegen New Caprica wenn ich mir recht entsinne. Der Knackpunkt, der mich besonders stört, ist das Gespräch zwischen Adama und Roslin.

                    Beide wissen, was der Ausgang der Wahl für das Überleben der Menschheit bedeutet und vor allem bedeuten kann (wenn zu befürchten ist, das sie die Menschheit einem Verräter ausliefern). Sie könnten Stillschweigen bewahren und Roslin Präsidentin sein lassen (oder noch besser, Tigh nimmt sich Gaeta zur Brust, so das nicht mal Adama und Roslin etwas davon erfahren). Stattdessen offenbart Roslin Adama ihren Verdacht und ihre Beobachtung und entgegen jeder Vernunft und angesichst der Gefahren heißt es quasi im nächsten Satz nur noch "aber wir müssen die Demokratie wahren".

                    Im Kern geb ich dir ja in allem Recht. New Caprica ist auch eine tolle Idee und es ist gut und richtig, das die Serie diesen Aspekt des Nomadenseins thematisiert. Das sie Demokratie wahren wollen geht an und für sich auch in Ordnung. Ich störe mich nur an der Herleitung der Situation. Für den Moment wäre die Menschheit mit einer "Diktatur" besser bedient gewesen und daraus hätte eine andere, interessante Geschichte entstehen können: Natürlich wären alle Beteiligten davon ausgegangen, das sie mit dem Betrug durchkommen, aber die Autoren hätten sicherlich eine Storywendung eingebaut, die den Betrug hätte aufliegen lassen, was vielleicht zu einem Bügrerkrieg geführt.

                    Aber New Caprica ist auch ein ebenso interessanter Plot, da gebe ich dir Recht. Ich störe mich wie gesagt nur an der Herleitung der Situation: "Dann setzen wir halt wohlmöglich einen Konspirator auf den Thron. Vielleicht löschen wir damit auch die Menschheit aus. Aber hey, das haben wir ganz demokratisch gelöst - die Götter von Kobol werden uns das ganz bestimmt hoch anrechnen".

                    P.S.: Warum hat Gina eigentlich die Bombe gezündet?

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                      Zitat von Lukewarm
                      Ich hab vielleicht eine falsche Vorstellung von einer Diktatur, aber ich hätte die nachfolgende Konstellation nicht als Diktatur gesehen.
                      Meinem Verständnis nach wird in einer Diktatur entweder gar nicht gewählt und die Machthaber bewahren ihre Macht zum Beispiel mit Hilfe des Militärs oder es werden regelmäßig Pseudowahlen abgehalten deren Ergebnisse immer zu Gunsten des Machthabers manipuliert werden.

                      Beides wäre der Fall gewesen, hätten Roslin und Adama den Wahlbetrug durchgezogen.
                      Zitat von Lukewarm
                      Eine echte Demokratie war es in der Ausübung in meinen Augen eh nie sondern, ganz natürlich, eine militärisch/politische Führung, die den sicheren Fortbestand der Menschheit zum Ziele hat.
                      Die Umstände verwischen da vielleicht etwas die Konturen. Roslin war Ministerin in der letzten demokratisch gewählten Regierung der Kolonien. Gemäß der geltenden Nachfolgeregelung fiel ihr das Amt des Präsidenten für den Rest der Amtszeit ihres Vorgängers zu.

                      Die Situation ist nicht so ungewöhnlich. Roslin übernimmt das Amt genauso wie in der Geschichte der USA schon des öfteren Vizepräsidenten zum Präsidenten aufstiegen, wenn ihr Vorgänger vorzeitig verstarb oder anderweitig aus dem Amt ausschied. Ungewöhnlich wirkt bei BSG nur die Länge der Nachfolgekette, die man so eher nur von Monarchien kennt. Allerdings könnte sie durch die Erfahrungen im ersten Krieg gegen die Cylonen gut begründet sein.

                      Das Roslin so weit unten in der Nachfolgelinie rangierte, erklärt auch warum sowohl Tigh als auch Adama in der Miniserie Probleme damit haben ihre neue Authorität als Präsidentin anzuerkennen. Erkennend, dass sie eine direkte Konfrontation mit den Militärs nicht gewinnen kann, gibt sie die direkte Kontrolle über das Militär an Adama ab und behält dafür ihr Amt und die Möglichkeit eine eingeschränkte demokratische Regierung unter den drastischen Umständen nach dem Untergang der Kolonien aufzubauen.

                      In viele Situationen in Season 1 und 2 muss Roslin Kompromisse eingehen, die sie unter normalen Umständen als gewählte Präsidentin nicht würde eingehen müssen, aber immer wieder bekennt sie sich zu den demokratischen Grundsätzen auf denen die 12 Kolonien einst basierten.

                      Die militärische/politische Führung existiert natürlich, ist aber ein Zugeständnis an die Umstände. Ob das Ganze rückwirkend dann als Demokratie oder Diktatur gewertet werden muss, bestimmt ja gerade der Ausgang dieser Wahlen. In dem Roslin das "echte" Wahlergebnis akzeptiert, bekennt sie sich weiterhin zur Demokratie. Hätte sie die gefälschten Ergebnisse akzeptiert, wären ihre bisherigen Handlungen bis hin zurück zu "Bastille Day", wo sie sich zum ersten Mal verpflichtet sich einer demokratischen Wiederwahl zu stellen, nur Lippenbekenntnisse gewesen.
                      Zitat von Lukewarm
                      Dem Überleben der Menschheit müssen dabei Opfer gebracht werden
                      Ja, aber wieviele Opfer und wann sind es zuviele? Genau dieser interessanten Frage widmet sich die Serie ja und zeigt damit auch beeindruckende Parallelen zur Realität sowohl in den USA als auch im Rest der Welt seit dem 11. September 2001 auf. Wieviel Demokratie darf man aufgeben im Kampf gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner. Und im Falle von BSG einfach klein beizugeben und die von Adama und Roslin geführte Militärdiktatur auszurufen wäre doch wirklich zu einfach, oder?
                      Zitat von Lukewarm
                      Zunächst einmal wäre Tigh mit seinem Plan erfolgreich gewesen, wenn Gaeta die Füße still gehalten hätte. Es haben nur Tigh, Dualla, Gaeta und letztendlich auch Adama und Roslin von dem Betrug gewusst, sonst niemand. Roslin könnte noch Präsident sein, wenn alle die Klappe gehalten hätten.
                      Ja, aber das ist doch gerade das reizvolle! Nixon hätte ja auch im Amt bleiben können, wäre da nicht jemand gewesen der seine Füße nicht still konnte und diese ärgerliche Watergate-Affäre ans Licht bringen musste.

                      Kleine Ergänzung: Zu den Beteiligten am Wahlbetrug gehörte auch noch Billys Nachfolgerin Tory Foster. Genaugenommen hat sie den ganzen Wahlbetrug sogar angeleiert. Wäre Billy noch da, dann wäre es wahrscheinlich nie soweit gekommen.
                      Zitat von Lukewarm
                      Dann ist da wie gesagt der unglaubliche Verdacht gegen Baltar. "Proof" hin oder her, einer solchen Person kann man die Führerschaft nicht anvertrauen.
                      Versuch einfach mal zu vergessen was du als Zuschauer über Baltar weißt und mach dir klar was Roslin oder Adama "wirklich" über ihn wissen:

                      In den 12. Kolonien war Baltar ein brillianter und gefeierter Wissenschaftler. Seit der Zerstörung der Kolonien hat er den Cylonendetektor entwickelt, einen cylonischen Spion (Doral) entlarvt, er wurde von den Anschuldigungen, die ein weiterer cylonischer Spion (Shelley Godfrey) gegen ihn vorbrachte frei gesprochen, zum Vizepräsidenten gewählt nachdem er Roslin politisch den Rücken deckte und rettete der Präsidentin mit einer von ihm entwickelten Therapie vor dem sicher geglaubten Krebstod.

                      Gegen ihn spricht, wenn überhaupt, sein privater Lebensstil und die Tatsache, dass er manchmal mit sich selbst zu reden scheint. Aber hey, der Mann ist ein Genie, Genies sind manchmal so!

                      Alles was Roslin in der Hand hat ist ein Traum, den sie hatte als sie in "Epiphanies" im Sterben lag. Sie glaubt, dass sie Baltar am Vorabend des Angriffs auf Caprica mit einer blonden Frau zusammensah, die aussah wie jene Shelley Godfrey, die Baltar des Verrats bezichtete und dann selbst als Cylonin entlarvt wurde. Aber war das alles echt? Wir wissen, dass es das war. Aber kann Roslin das auch? Oder überträgt sie nur ihre unbegründeten Abneigungen gegen Baltar, der sich überraschend als ihr politischer Gegenspieler herausstellt, in ihr Unterbewußtsein und kreierte so diese Traumvision?

                      Adama hat mittlerweile genug Respekt vor Roslin gewonnen, um ihr wegen ihres Verdachts gegen Baltar nicht offen ins Gesicht zu lachen, aber wer kann aufgrund eines Traumes allen ernstes eine Wahlfälschung gutheißen? Und auch Roslin selbst kann sich ihres Traums nicht wirklich sicher sein. Als sie Baltar mit ihrem Wissen (oder eher Glauben) konfrontiert, zieht der sich ja recht cool aus der Affäre. Er hat nichts zugegeben und Roslin nichts an die Hand gegeben mit der sie vor sich selbst die Wahlfälschung rechtfertigen könnte.
                      Zitat von Lukewarm
                      Der Knackpunkt, der mich besonders stört, ist das Gespräch zwischen Adama und Roslin.

                      Beide wissen, was der Ausgang der Wahl für das Überleben der Menschheit bedeutet und vor allem bedeuten kann (wenn zu befürchten ist, das sie die Menschheit einem Verräter ausliefern
                      Wie gesagt: Adama weiß gar nichts! Roslin glaubt etwas in einem Traum gesehen zu haben und im direkten Gespräch hat Baltar nichts preisgegeben, was ihren Verdacht untermauert.

                      Und wieso sollten gerade Adama und Roslin über die absolute Gewissheit verfügen, dass nur ihr Weg allein die Menschheit retten kann?
                      Zitat von Lukewarm
                      Sie könnten Stillschweigen bewahren und Roslin Präsidentin sein lassen (oder noch besser, Tigh nimmt sich Gaeta zur Brust, so das nicht mal Adama und Roslin etwas davon erfahren).
                      Genau das können die beiden eben nicht tun, wenn die Demokratie für sie nicht einfach nur ein Lippenbekenntnis ist. Entweder sie erkennen das Ergebnis an und damit die Demokratie oder sie reißen die Macht aufgrund der gefälschten Ergebnisse an sich und die Demokratie ist damit Geschichte.

                      Außerdem möchte ich noch anmerken, dass Adama erst durch Gaetas Meldung von der gefälschten Wahl erfahren hat, er war an der ganzen Sache nicht beteiligt. Roslin hingegen wußte, dass Tory "irgendetwas" geplant hatte und hat dies gebilligt. Nicht das eine Wahlfälschung dadurch akzeptabler würde, dass der davon profitierende Kandidat nichts von der Fälschung weiß.

                      Zudem kann ich mir nicht vorstellen, was Tigh mit Gaeta hätte anstellen sollen, um ihn zum Schweigen zu bringen.
                      Zitat von Lukewarm
                      Für den Moment wäre die Menschheit mit einer "Diktatur" besser bedient gewesen...
                      Persönlich läuft es mir bei der Vorstellung eiskalt den Rücken runter, dass eine Diktatur unter welchen Umständen auch immer akzeptabel sein könnte. Und gerade das "für den Moment" stellt bei Diktaturen immer ein Problem dar. Normalerweise dauern diese Momente Jahre oder Jahrzehnte und kaum eine Diktatur tritt einfach so wieder ab.
                      Zitat von Lukewarm
                      P.S.: Warum hat Gina eigentlich die Bombe gezündet?
                      Gute Frage. Schon in "Resurrecton Ship, Part 2" bat Gina Baltar darum sie zu töten. Damals wollte sie keinen Selbstmord begehen, weil es eine Sünde vor Gott gewesen wäre. Ich denke an ihrer Todessehnsucht hat sich nie etwas geändert, an ihrer Haltung zum Selbstmord schon. In jedem Fall gehe ich davon aus, dass Gina ein für alle Mal tot ist und nicht wieder in einem neuen Körper wieder auftaucht.

                      Dann würde ja auch das um eine Jahr verzögerte Auftauchen der Cylonen keinen Sinn machen, da ja ein weiteres Resurrection Ship zum Zeitpunkt ihres Todes in der Nähe hätte sein müssen. Und dann hätten die Cylonen wiederum direkt von Gina erfahren wo die Menschen sich versteckt halten und wären nicht auf die zufällige Entdeckung der Explosion ein Lichtjahr entfernt angewiesen gewesen.

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                        Zitat von helo
                        Ich denke an ihrer Todessehnsucht hat sich nie etwas geändert, an ihrer Haltung zum Selbstmord schon. In jedem Fall gehe ich davon aus, dass Gina ein für alle Mal tot ist und nicht wieder in einem neuen Körper wieder auftaucht.
                        Ich glaube sie wollte auch - obwohl es kein zweites Resurrection Ship gibt - absolut sicher gehen, dass sie nicht doch irgendwie wiedergeboren werden kann.
                        Deshalb die Bombe und kein einfacher Tod.

                        Der Selbstmord an sich hat mich aber doch etwas überrascht, da sie anscheinend Fortschritte machte über ihr Trauma hinwegzukommen. z.B. Sex mit Baltar zu haben, wo sie am Anfang verständlicherweiße jeden körperlichen Kontakt ablehnte.
                        Aber was wirklich in ihr vorging kann man schlecht sagen. Vielleicht war das nur eine Fassade und sie hat es eben nicht geschafft.
                        "Bright, shiny futures are overrated anyway" - Lee Adama, Scar
                        "
                        Throughout history the nexus between man and machine has spun some of the most dramatic, compelling and entertaining fiction." - The Hybrid, The Passage

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                          Zitat von Lukewarm
                          Das sie Demokratie wahren wollen geht an und für sich auch in Ordnung. Ich störe mich nur an der Herleitung der Situation. Für den Moment wäre die Menschheit mit einer "Diktatur" besser bedient gewesen [...]
                          Es heißt nicht umsonst: "Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird beides verlieren." Oder anders gesagt: Wieviele Diktatoren kennst Du, die aufgrund einer Notsituation ermächtigt wurden und die nach Überwindung der Notsituation die Macht freiwillig wieder abgegeben haben?

                          Demokratie ist kein Luxus, den man sich in Krisensituation "nicht mehr leisten kann", sondern eine unabdingbare Voraussetzung für eine freie Gesellschaft. Man könnte natürlich argumentieren, daß es hier in erster Lage um das Überleben der Menschheit geht. Aber was ist, wenn die Menschen ihre Freiheit erst 300-400 Jahre später wiedererlangen können? Wenn diese 300-400 Jahre Diktatur ähnlich viele Opfer fordern, wie es die uns bekannten Diktaturen getan haben? Wäre das durch einen Traum der im Sterben liegenden Präsidentin gerechtfertigt gewesen?

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                            Also, das Wörtchen "Diktatur" habe ich nicht umsonst in Anführungsstriche gesetzt: Ich sähe die entstehende Situation eben nicht als Diktatur und ich würde eine echte Diktatur auch nicht gut heißen, genausowenig wie ihr. Es ist ja nicht so, das Roslin Hörner gewachsen wären und sie zu Hitler oder Pinochet avanciert wäre, hätte sie die Mauschelei ausgenutzt. Das wäre wenn überhaupt im Sinne des Überlebens der Menschheit genutzt worden. Das daraus wirklich eine Diktatur hätte wachsen können, wäre vielleicht ein interessanter Plot geworden.

                            Legt mir also auch bitte nicht in den Mund, das ich eine Diktatur gut heißen würde und lasst uns keine politisch-philosophische Diskussion führen, an der Platon sein Freude hätte.

                            Mir geht es doch nur darum, das sich Adama und Roslin auf einmal wegen der Wahrung der Demokratie ihrem Schicksal fügen wohlwissend, das sich damit erheblichen Gefahren aussetzen. Dabei war man doch sonst schnell mit fragwürdigen Entscheidungen schnell bei der Hand, wenn man gefahr im Verzug wähnte.

                            Das Roslin dies offensichtlich so leicht hinnimmt erstaunt mich am meisten. Damit meine ich, das sie zumindestens eine konkrete Ahnung von Baltars Vergangenheit hat - aber sie scheint dem nicht weiter nachgegangen zu sein. Ein Jahr später befindet sich Baltar immernoch auf einem fast schon dekadenten Höhenflug - anscheinend haben sich Roslin&Co. nicht weiter um seine Vergangenheit gekümmert. Ich finde es wirklich erstaunlich, das man ihn noch nicht aus Amt gejagt hat zu Mal man doch eh nie die höchste Meinung, zumindestens was geistige Gesundheit angeht, von ihm hatte.

                            Lasst es mich anders ausdrücken. Vielleicht kommen wir dann eher auf einen Nenner: Das Adama und Roslin die demokratischen Ideale schützen wo es möglich ist, finde ich gut und das akzeptiere ich auch - an der Stelle müßt ihr mich auch nicht (mehr) davon überzeugen. Es erstaunt mich lediglich, das sich die beiden so kampflos gefügt haben.

                            An der Stelle stört mich auch das in der Hinsicht ereignislose Jahr, das sie auf dem Planeten verbracht haben. Roslin und Adama haben sich schon wegen weniger entzweit, aber Baltar kann ein Jahr lang in Ruhe schalten und walten. Wenn ein Monat nach Baltars Machtübernahme ein Bürgerkrieg ausgebrochen wäre, wäre ich nun weniger überrascht.

                            P.S.: Sorry Helo, das ich nicht früher geantwortet habe. Die letzten beiden Tage waren ein wenig stressig.

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                              Zitat von Lukewarm
                              Das Roslin dies offensichtlich so leicht hinnimmt erstaunt mich am meisten. Damit meine ich, das sie zumindestens eine konkrete Ahnung von Baltars Vergangenheit hat - aber sie scheint dem nicht weiter nachgegangen zu sein. Ein Jahr später befindet sich Baltar immernoch auf einem fast schon dekadenten Höhenflug - anscheinend haben sich Roslin&Co. nicht weiter um seine Vergangenheit gekümmert. Ich finde es wirklich erstaunlich, das man ihn noch nicht aus Amt gejagt hat zu Mal man doch eh nie die höchste Meinung, zumindestens was geistige Gesundheit angeht, von ihm hatte.
                              Das mit dem "ausm Amt jagen" klingt bei dir recht einfach. Allerdings muss man bedenken, die Leute sind nach monatelanger Flucht vor den Zylonen endlich auf einem Planeten gelandet und wollen sich dort eine Existenz aufbauen. Da hat man vermutlich erstmal andere Probleme, als einen Bürgerkrieg anzuzetteln. Außerdem ist die Mehrheit des Volkes Baltar ja offensichtlich wohlgesonnen (sonst hätten sie ihn sicher nicht gewählt ). Am Streik der Arbeiter sieht man ja recht deutlich, dass sich mittlerweile Widerstand gegen den Präsidenten und seinen Führungsstil regt, aber eben nicht mit brachialer Gewalt, sondern mit den Mitteln einer demokratischen Gesellschaft.

                              Weiterhin hat Roslin ja auch keine Möglichkeiten, um ihren Verdacht irgendwie weiterzuverfolgen. Wie soll sie das denn bitte machen? Die Kolonien wurden ausgelöscht und mit ihnen sicher auch so ziehmlich alle Beweise, die Baltar irgendwie hätten belasten können. Ihr bleibt also offensichtlich nicht viel anderes übrig, als sich ihrem Schicksal zu fügen und die Zeit bis zur Abwahl von Balter abzusitzen. Und dann hat sich da ja auch noch ein kleines Kind, um das sie sich kümmern darf...
                              "I'm very much of the 'make it dark, make it grim, make it tough,' but then, for the love of God, tell a joke." - Joss Whedon
                              "Bright, shiny futures are overrated anyway." - Lee Adama
                              "Life... you can't make this crap up."

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                                Für Adama und Cain war es wohl nicht weiter schwierig, den jeweils anderen das Licht auszupusten - letzten Endes ist der Fall doch nur deswegen nicht eingetreten, weil sich beide wieder besonnen haben. Klar, die jeweiligen Attentäter wären genauso tot gewesen, aber offensichtlich scheint es möglich zu sein, selbst die best geschützten Personen eine Kugel zu verpassen. Außerdem hätte es ja auch kein klassisches Attentat sein müssen - ein wenig manipulieren, ein Shuttleunfall und es wären neue Wahlen nötig gewesen. Wie auch immer, ich bin mir sicher, das es genug Möglichkeiten gäbe, aber man versucht es offensichtlich nicht einmal.

                                Genausowenig scheint Roslin zumindestens nicht versucht zu haben, Beweise für ihre Ahnungen in die Hände zu kriegen. Baltar wurde gewählt, Roslin stellt sich wieder an die Tafel - das scheint es für dieses Jahr gewesen zu sein*. Und so zerstört scheint zumindestens Caprica ja auch nicht zu sein. Immerhin bauen sich die Cylons dort eine neue Heimat auf. Wenn die Autoren wollten, dann könnten sie jemanden aus den Ärmeln schütteln, der von Caprica zumindestens ein Foto mit Baltar und Six im Gepäck hat und vielleicht wollen sie irgendwann auch mal.

                                Das soll übrigens keine Kritik gegen RDM&Co. sein oder werden. Ich geb mich da ganz der Phanatsie der Serie und frag mich nur, warum sich die Protagonisten so verhalten haben. Also könnt ihr mir doch auch ein wenig Recht geben *duck*

                                *man könnte auch fragen, warum Roslin noch am Leben ist. Gut, das scheint mir bei Baltar noch weiter hergeholt zu sein, aber in meinen Augen ist er auch paranoid genug (zu Recht bei der Vergangenheit), um irgendwann entsprechende Pläne gegen Roslin zu entwickeln. Vielleicht werden derartiges noch erleben und ganz sicher werden wir mehr über die generellen Hintergründe erfahren. Allerdings bleibt der Anschein, das in dem gesamten Jahr das erwähnte Konfliktpotential keine Rolle mehr gespielt hat.

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