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Loveparade 2010 in Duisburg

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  • Loveparade 2010 in Duisburg

    Mindestens 15 Tote und an die 100 Verletzten - das sind die Zahlen, der möglicherweise letzten Loveparade im Ruhrgebiet.
    Von Anfang an stand diese Loveparade unter einem schlechten Stern, denn bis vor kurzem wurden noch händeringend Sponsoren gesucht. Zu Beginn diesen Jahres war eine Durchführung, aus finanziellen Gründen höchst unwahrscheinlich gewesen.
    Noch ist nicht ganz geklärt, ob die Opfer durch eine Massenpanik oder aber auch menschliches Versagen bei der Lenkung der Menschenmassen zu Schaden kamen. Fakt bis dato ist, dass die Teilnehmer durch zwei Bahntunnel zum Veranstaltungsgelände geführt werden sollten. Leider war der Zusammenfluß viel zu schmal, um der Menschenmenge Herr zu werden und Augenzeugen berichten davon, bis zu 2 Stunden in diesem Tunnel verbracht zu haben. Deshalb seien einige Opfer wohl eher mit Kreislaufkollaps zusammen gebrochen und daraus könnte eine Panik entstanden sein.
    Ursprünglich wollten wir auch dorthin, aber am Donnerstag war ein Artikel in der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben. Dort war zu lesen, dass die Fläche der Loveparade für ca. 800.000 Menschen gedacht sei und die Polizei bei ca. 1 Mio Menschen alles dicht machen wollte. Grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass sich solche Menschenmengen nicht kanalisieren und gleich gar nicht zurückhalten lassen. Was für ein Schwachsinn!
    Ähnlicher Andrang war vor einer Woche auf der A40, als die Polizei schon um 13 Uhr (2 Stunden nach Veranstaltungsbeginn) die Leute per Radio aufforderte, zu Hause zu bleiben, da die Autobahn bereits überfüllt sei.
    Die Loveparades in Berlin, Essen und Dortmund haben funktioniert, weil eben nicht auf einem eingegrenzten Areal gefeiert werden mußte und es jederzeit Möglichkeiten gab, dass durch Menschenmengen entstehender Druck sich nach allen Seiten hin abschwächen konnte.
    Aber noch ist die Veranstaltung nicht vorbei und der Duisburger Bahnhof einer solchen Menschenmenge sowieso nicht gewachsen. Man versucht nun fieberhaft, die sich dort stauenden Menschenmassen nach Norden zu lenken und mit hunderten von Bussen von dort wegzutransportieren.
    Meine tiefe Anteilnahme ist mit den Angehörigen der Opfer...
    Heaven is where the police are British, the chefs are Italian, the mechanics German, the lovers French and it all is organized by the Swiss.
    Hell is where the police are German, the chefs are British, the mechanics french and the lovers are Swiss and it all is organized by the Italians.

  • #2
    Total versaute Planung kann ich nur sagen.
    Ein (!) viel zu enger (!!) Zugang (Eingang als auch Ausgang in einem), der zudem ein Tunnel ist (+Menschenmengen sind super für Leute mit Ängsten), der zu einem Gelände führt, was für 400-600.000 Leute geplant ist.
    1 Mio Leute wurden erwartet, 1.3 Mio Leute waren tatsächlich da, denken die Veranstalter dass über die Hälfte der Leute nur mal kurz gucken und wieder abhauen will?
    Ich wohne quasi 5 Minuten vom HBF hier entfernt, und man hat hier zeitweile im 10-Sekunden-Takt Rettungswagen vorbeifahren hören. Auch jetzt hört man noch alle paar Minuten Sirenen!
    Meine beste Freundin ist kurz vor dem Panikausbruch aus dem Tunnel gekommen, und die Drängeleien müssen Wahnsinn gewesen sein.
    Durch die Notausgänge wurde zunächst auch niemand gelassen, auch als schon Menschen umgekippt sind.
    Bin mal gespannt was unser feiner Herr OB dazu zu sagen hat.. der wollte ja uuunbedingt die Parade hier haben -.-'
    Nothing in this world that's worth having comes easy.
    Carl Sagan - The dragon in my garage

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    • #3
      "Unser" Landesinnenminister hat sich vorhin schon im WDR gewunden...
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      • #4
        Unser feiner OB hat gesagt, dass nicht die Sicherheitsvorkehrungen das Problem gewesen sind sondern einige Besucher, die die Mauern zwischen den Tunneln erklommen haben und dann abgestürzt sind.

        So, so. Dazu fallen mir zwei Dinge ein, Herr Sauerland:

        1. Warum waren die tollen Sicherheitsvorkehrungen nicht auf Menschen vorbereitet, die sich nicht an die Regeln halten würden?
        2. Viel wichtiger ist aber: Warum haben die Menschen die Mauern zwischen den Tunneln erklommen? Vielleicht weil sie aufgrund der hervorragenden Sicherheitsvorkehrungen in Panik geraten sind?

        Und warum waren eigentlich all die anderen Zugänge zu dem Gelände gersperrt? Warum hat man das die Love Parade nicht auf der A59 abgehalten (die war ohnehin für die LP gesperrt?? Oder im Sportpark rund um die MSV Arena und auf den angrenzenden großen Parkplätzen?
        Zuletzt geändert von Rarehero; 24.07.2010, 23:25.

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        • #5
          Weil von den Verantwortlichen offensichtlich wenig nach vorn gedacht wurde, wird nun den Ravern eine Teilschuld angelastet. Seit einer Woche sind Ferien - hätte man nicht mit ein paar tausend Schülern einen Testlauf versuchen können? Die Zahl der Besucher konnte im Vorfeld nur geschätzt werden, trotzdem muss man unbedingt immer von Worst Case ausgehen. Zumal die Wettervorhersage langfristig positiv war. Zum Glück ist die Hitzewelle der letzten Wochen vorbei, möglicherweise wäre sonst alles noch schlimmer gekommen...
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          • #6
            Es braucht keine Tests und keine Experten um das enorme Risiko zu erkennen, das entsteht, wenn man anderthalb Millionen Menschen durch zwei relativ lange und enge (eigentlich sind die Tunnel recht breit, wenn denn nicht gerade hunderttausende Menschen anrücken) Tunnel zum einzigen Ein- und Ausgang auf ein Areal, auf dem sich bereits hundertausende Menschen befinden (und das auf der einen Seite von der meist befahrenen Bahnstrecke in NRW und auf der anderen Seite von einer Autobahn eingeschlossen wird), schleusen will. Aber ich befürchte, dass das keiner der Verantwortlichen hören will.

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            • #7
              Die A59 war eh gesperrt, also hätten man da die Zäune weglassen können...
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              • #8
                Ich weiß ja nicht wie das Gelände genau ausgesehen hat (gibt es vielleicht Pläne auf denen man Aufbau und Absperrungen ersichtlich sind?), aber sind normalerweise nicht aus diversen Gründen mehrere Fluchtwege Vorgeschrieben um die Menschen in einem Notfall evakuieren zu können? Wenn diese Wege nicht gegeben waren, dann kann man nicht nur den Zuständigen Planern die Schuld daran geben. Die entsprechenden Behörden, die eine solche Veranstaltung genehmigen müssen, haben klar versagt. Spätestens sie hätten sehen müssen das ein einziger Ein- und Ausgang nicht tragbar ist.

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                • #9
                  So ungefähr war das eigentlich gedacht...
                  Loveparade 2010 in Duisburg - The Art of Love
                  ruhrclubbing - das elektronische musikmagazin frs ruhrgebiet
                  Loveparade 2010 - Informationen für Anwohner und Gewerbetreibende - Straßensperrplan
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                  • #10
                    Ich kenn mich da nicht aus, war erst einmal in Duisburg, aber es hieß wohl gerade, das Gelände würde zur Autobahn hin abfallen, und das mußte gesichert werden. Na ja...

                    Der reine Menschenverstand hätte einem doch im Vorfeld sagen können, dass das so alles mist ist. Ich kenne das ja schon von normalen, kleinen Veranstaltungen, wenn da plötzlich viele Leute kommen. Z.B. in unserer Kleinstadt. Wenn da viele von einer Richtung durch die teils engen Straßen kommen, hat man selbst fast keine Chance, in die entgegengesetzte Richtung zu kommen. Steht man mittendrin und ist wie ich nicht sehr groß, kriegt man da leicht klaustrophobie. Ich finds schon immer verrückt, wenn da Kinder oder Hunde im Gedränge sind. Die können dann schnell mal überrannt werden. Und da brauchts nichtmal Tunnel...
                    Nothing is forgotten, nothing is ever forgotten!

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                    • #11
                      Genau, zwischen der Auobahn und dem Gelände gibt es eine Böschung und wenn ich mich nicht irre sogar eine große Spalte, die man nicht einfach so überwindet.

                      Die Loveparade hätte einfach auf der A59 statt finden sollen. Die Raver auf die eine Seite der Autobahn, die Umzüge auf der anderen Seite.

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                      • #12
                        Oh Wunder, es haben einige in Blogs etc "vorhergesehen", was da passieren wird... man, das war einfach so offensichtlich, dass das jedem klar sein mußte, der auch nur nen bissl Verstand hat.
                        Nothing is forgotten, nothing is ever forgotten!

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                        • #13
                          mehr personal mehr kamera überwachung bessere komunikation und und und ...
                          aber die schwachköpfe sparen an allen ecken...

                          Planung = 0 und jetzt werden alle wissen was zu tun ist und jeder will das sagen haben.

                          sehr tragisch und hätt nicht sein müssen drüfen sollen....
                          eine freundin von mir ist voller blut da raus und ihr geht es gut...


                          Qdataseven
                          Zuletzt geändert von QDataseven; 25.07.2010, 00:45.

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                          • #14
                            Nur leider verfügt niemand im Planungs-Team, das die Veranstaltung so "akribisch und umsichtig" geplant hat, auch nur über den geringsten Funken Verstand (geschweige denn Anstand, siehe meinen Beitrag im anderen News-Thread).

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                            • #15
                              Ich war die ganze Zeit noch wach, kann noch immer nicht schlafen.

                              ich habe Freunde die da waren, von einigen hab ich erst vor 1-2 Stunden etwas gehört.

                              Sie alle haben aber das gleiche gesagt:

                              Der Tunnel war zu eng, es war ZU voll um den Tunnel herum.

                              18 Menschen mussten das Leben lassen wegen Sicherheitsmängeln.
                              Antimon oxidiert zuuuuuu... Antimonoxid

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