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Inzest bleibt strafbar. Sollte es?

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    Mein Gott, also dieser Thread ist wahrlich einer der besten im ganzen Forum. Nachdem vor ein paar Jahren hier behauptet wurde eine Legalisierung von Inzest würde zuhauf dazu führen dass Leute ihre Töchter zu hörigen Sexsklaven erziehen, sind es nun also die Salafisten, denen wir die Jugend damit in die Hände treiben.
    "The only thing we have to fear is fear itself!"

    "The only thing we have to fear is... Herbert Hoover! He's a lizard alien! They walk among us! Ruuuuuuun!"

    "The only thing we have to fear is... Polio! It got me and now it's coming for you! Run for your lives while you still can! I'm contagious!"

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      Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
      […] Behinderungen durch Inzest werden nie zum Massenphänomen werden.
      Na ja, das liegt im Auge des Betrachters und hängt davon ab, wie der Einzelne oder eine Gruppe Behinderung in weiterem Sinne definiert.

      Weshalb glaubst Du, bleibt der europäische (Hoch-)Adel nicht mehr unter sich, sondern gestattet heiratsfähigen jungen Damen und Herren aus dem Fußvolk jetzt immer öfter Zutritt in ihren erlauchten Kreis, wenn auch zähneknirschend?


      Lieben Gruß,
      Viola
      »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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        Zähneknirschen tut beim Adel wohl eher die ältere Generation, denke ich. Natürlich ist der Adel konservativer als der Rest der Bevölkerung, aber auch er ist nicht mehr auf dem Stand von 1788.

        Mögliche Genschäden spielen zudem nicht so die großt Rolle bei der Empfehlung. Das Schutzgut ist hier nicht die Erbgesundheit, sondern der Familienverband:

        Inzest: Ethikrat empfiehlt Änderungen an Verbots-Paragraf - SPIEGEL ONLINE

        Der Sachverständigenrat hat ja auch empfohlen, Analverkehr in die Strafbarkeit in den verbleibenden strafbaren Konstellation mit einzubeziehen.
        Republicans hate ducklings!

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          Zitat von endar Beitrag anzeigen
          […] Natürlich ist der Adel konservativer als der Rest der Bevölkerung, aber auch er ist nicht mehr auf dem Stand von 1788.
          Nein, das habe ich anders gemeint. Ich glaube, der Adel hat erkannt, dass er als Gruppe an einem Scheideweg steht. Die jahrhundertelange Praxis der Konvenienzehe unter Verwandten 2. Grades aufwärts hat Spuren hinterlassen, ohne frisches Blut wäre diese Kaste mittelfristig zum Aussterben verurteilt.


          Lieben Gruß,
          Viola
          »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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            Ja, das habe ich schon verstanden, bin aber eben der Meinung, dass der Grund hier weniger in genetischer Zukunftsplanung liegt, sondern eher ganz einfach in geänderten Zeiten. Inneradelige Hochzeiten hatten politische Gründe - das ist weggefallen. Ein weiterer Grund, aus dem sich der Adel "rein" zu halten wünschte, war das Gottesgnadentum als Herrschaftslegitimation. Auch das spielt keine Rolle mehr.

            In Deutschland ist der Adel z.B. weitgehend bedeutungslos. Da wird nix geherrscht und da braucht es auch kein Gottesgnadentum mehr und außerhalb von Klatschblättern interessiert das auch keine Sau.

            Auch in den denjenigen Ländern, in denen es noch konstutionelle Monarchien gibt, ist mit Herrschen nicht viel, da geht es eher um Repräsentanz und um das Verhindern, abgeschafft zu werden - wie z.B. in Spanien.

            Hier ist die Situation eher so, dass eine Heirat mit einem/einer Bürgerlichen der Akzeptanz und Stablität der Monarchie dient.

            Dass Adelige Bürgerliche geheiratet haben, hat es zudem immer schon gegeben wie z.B. Edward VII. seine Wallace Simpson.

            Jahrhundertelange Inzucht und Verwandtenehen sind übrigens nicht allein auf den Adel beschränkt. Das gab es auch sehr lange in kleinen Dörfern, wo Höfe und Besitz zusammengehalten werden mussten.
            Republicans hate ducklings!

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              Zitat von endar Beitrag anzeigen
              […] In Deutschland ist der Adel z.B. weitgehend bedeutungslos. Da wird nix geherrscht und da braucht es auch kein Gottesgnadentum mehr und außerhalb von Klatschblättern interessiert das auch keine Sau.
              Eine abschließende Antwort, sonst laufen wir Gefahr uns im Kreis zu drehen.

              Die Glanzzeiten des deutschen und österreichischen Adels sind seit 1918 passé (in Österreich ist das Führen von Adelstiteln übrigens verboten) und ein Großteil muss auch arbeiten gehen, um den Familienbesitz erhalten zu können. Das ändert jedoch nichts an dem elitären Status dieser Gruppe und dessen ist sie sich nach wie vor mehr als bewusst, habe ich den Eindruck.

              Zitat von endar Beitrag anzeigen
              […] Auch in den denjenigen Ländern, in denen es noch konstutionelle Monarchien gibt, ist mit Herrschen nicht viel, da geht es eher um Repräsentanz und um das Verhindern, abgeschafft zu werden - wie z.B. in Spanien.

              Hier ist die Situation eher so, dass eine Heirat mit einem/einer Bürgerlichen der Akzeptanz und Stablität der Monarchie dient.
              Ja, das ist sicher eine weitere Überlebensstrategie. Stichwort Establishment.

              Zitat von endar Beitrag anzeigen
              […] Dass Adelige Bürgerliche geheiratet haben, hat es zudem immer schon gegeben wie z.B. Edward VII. seine Wallace Simpson.
              Um welchen Preis? Edward VIII. musste abdanken, um die zweifach Geschiedene heiraten zu können und galt seitdem innerhalb der Familie mehr oder minder als Persona non grata. Allerdings geht das Gerücht, dass Edwards Vernarrtheit in Wallis Simpson und der damit verbundene Verzicht auf den Thron der britischen Regierung wegen seiner Sympathie für Hitler-Deutschland sehr zupasskam.

              Zitat von endar Beitrag anzeigen
              […] Jahrhundertelange Inzucht und Verwandtenehen sind übrigens nicht allein auf den Adel beschränkt. Das gab es auch sehr lange in kleinen Dörfern, wo Höfe und Besitz zusammengehalten werden mussten.
              Ja. Aber (Groß)Bauern bildeten und bilden keine europaweit miteinander vernetzte Interessengemeinschaft, die Gruppendynamik ist nicht vergleichbar.


              Lieben Gruß,
              Viola
              »Speaking only for myself here, it feels tiring. It feels like around 3/4 of people are the emotional equivalent of blind elephants, going around knocking things over, trampling each other and not even realising what they do.« (Paul Miller)

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                Zitat von Viola Beitrag anzeigen
                Eine abschließende Antwort, sonst laufen wir Gefahr uns im Kreis zu drehen.
                Ach, wie schön, dann habe ich ja das letzte Wort.

                Die Glanzzeiten des deutschen und österreichischen Adels sind seit 1918 passé (in Österreich ist das Führen von Adelstiteln übrigens verboten) und ein Großteil muss auch arbeiten gehen, um den Familienbesitz erhalten zu können.
                Mit anderen Worten: Der (ehemalige) Adel ist eine sehr heterogene Gruppe. Dann sind wir ja da schonmal einig.

                Das ändert jedoch nichts an dem elitären Status dieser Gruppe und dessen ist sie sich nach wie vor mehr als bewusst, habe ich den Eindruck.
                Natürlich ändert das etwas daran. In einigen Häusern gibt es noch viel Besitz, aber der elitäre Status dieser Gruppe ist in weiten Teilen eine selbstgeschaffene Illusion. Dazu gehört auch der Standesdünkel - und es sind diese Adeligen, die man besonders wahrnimmt (wenn man überhaupt vom Adel hört). In Teilen der Bevölkerung kommt das ja auch ganz gut an.

                Aber keiner dieser besonders konservativer Adeligen, der exxessiven Standesdünkel betreibt, würde gleichzeitig eine Hochzeit - aus genetischen Gründen - mit einer bürgerlichen befürworten. Das wirkt auf mich etwas shizophren. Derartige Gedanken setzen nämlich eine kritische Distanz voraus, die aber im Habitus dieser Leute keinen Platz hat.

                Viel wahrscheinlicher ist es, dass junge Abkömmlinge dieser Familien keine Lust mehr haben, eine Prinzessin sowieso zu heiraten, wenn sie sich während des Studiums etc. verliebt haben. Da geht die Zeit halt einfach weiter.

                Um welchen Preis? Edward VIII. musste abdanken, um die zweifach Geschiedene heiraten zu können und galt seitdem innerhalb der Familie mehr oder minder als Persona non grata. Allerdings geht das Gerücht, dass Edwards Vernarrtheit in Wallis Simpson und der damit verbundene Verzicht auf den Thron der britischen Regierung wegen seiner Sympathie für Hitler-Deutschland sehr zupasskam.
                Welche Folgen sich für Edward daraus ergeben haben, ist doch vollkommen irrelevant.
                Relevant ist, dass er eine (geschiedene) Bürgerliche bzw. aus Liebe geheiratet hat, dass es das also schon lange gibt. Edward ist übrigens nur ein Beispiel, es gibt da mehrere, auch wenn es natürlich Ausnahmen waren. Mangels Interesse habe ich mir allerdings die Namen nie gemerkt.

                Ja. Aber (Groß)Bauern bildeten und bilden keine europaweit miteinander vernetzte Interessengemeinschaft, die Gruppendynamik ist nicht vergleichbar.
                Du sprichst doch von genetischer Degeneration. Welche Rolle spielt es, ob der Familienverband sich auf mehrere Länder oder mehrere Dörfer erstreckt hat?

                Ich habe das allerdings nicht mit dem Adel verglichen, sondern lediglich angemerkt, dass es das Phänomen von Verwandtschaftsehen über mehrere Generationen nicht nur im Adel gab.

                Ach, wie schön, endlich mal das letzte Wort.
                Zuletzt geändert von endar; 27.09.2014, 15:16.
                Republicans hate ducklings!

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