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Ist Hartz IV zu niedrig?

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    Es gibt Leute, die liebend gerne in diesen Berufen arbeiten möchten, aber die Ausbildung nicht finanziert bekommen. Warum eigentlich? Pflegepersonal wird doch so dringend gesucht? Wieso wird da nicht geholfen? Wieso werden 750 Mio Euro, die für Weiterbildungen und Umschulungen vorgesehen waren, aus dem Topf der BA/Jobcenter abgezweigt?

    Wie viele Leute hätte man mit dem Geld weiterbilden/umschulen können, damit sie auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen haben und wieder einen vernünftigen Job finden? Warum wird immer nur gelabert, dass Fachkräfte fehlen, wenn doch nichts dagegen unternommen wird, außer nach billigem Personal aus dem Ausland zu krähen? Von BA/JC Seite heißt es doch auch, dass Arbeitslose sich weiterbilden sollen. Aber wovon?

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      Zitat von Bethany Rhade Beitrag anzeigen
      Es gibt Leute, die liebend gerne in diesen Berufen arbeiten möchten, aber die Ausbildung nicht finanziert bekommen. Warum eigentlich? Pflegepersonal wird doch so dringend gesucht? Wieso wird da nicht geholfen? Wieso werden 750 Mio Euro, die für Weiterbildungen und Umschulungen vorgesehen waren, aus dem Topf der BA/Jobcenter abgezweigt?
      Natürlich können wir dir nicht jede Frage beantworten, die dir auf dem Herzen liegt, aber diese eine Frage könnte dir eine Fr. Nahles beantworten. Ich kanns auch. Das Geld, was den JC und der BA für z.T. wirklich schwachsinnige Qualifizierungsmassnahmen nicht mehr zur Verfügung steht, wird für ein Programm verwendet, um Langzeitarbeitslosen zu helfen. Sprich: Das Geld geht nicht in die Flüchtlingshilfe oder wird auch nicht an Ausländer in Deutschland verteilt, sondern umgeschichtet.
      ____________________

      Mein 3-jähriger Sohn zu einem Song von AC/DC: "Mama, warum kann die Frau nicht singen?"

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        Ich rede nicht von Flüchtlingen, aber es werden weiterhin lieber schwachsinnige Maßnahmen verteilt. Das ist leider nicht weniger geworden.

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          Wie viele sind es denn? Also kannst du uns da mal die Zahlen schwachsinniger Maßnahmen der vergangenen Jahre nennen? Wer erfasst denn sowas?

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            Zitat von Bethany Rhade Beitrag anzeigen
            Ich rede nicht von Flüchtlingen, aber es werden weiterhin lieber schwachsinnige Maßnahmen verteilt. Das ist leider nicht weniger geworden.
            Tatsächlich nicht? Erschreckend ... ob ich mich jemals wieder daran gewöhnen könnte?

            Leider kann ich da nicht mehr selbst mitreden als Beteiligte, aber ich kenne noch einige mit Hartz IV, und es werden tatsächlich noch seltsame Maßnahmen "verteilt" (in diesem Jahr): da muss man sich dann einige (Billig-)Klamotten kaufen und zum Friseur gehen. Was für eine Verschwendung! Eine Hose oder ein paar billige Schuhe und ein Friseurbesuch ... und natürlich eine zusätzliche Kontrolle der Bewerbungsunterlagen samt Foto ... das soll etwas bringen? Soll etwa Demütigung erfahren werden?
            "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. " (Leonard Nimoy)

            Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Seneca)

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              Bist du ein Erwachsener oder ein Kind?

              In solchen Maßnahmen wirste als Erwachsener wie ein Kind behandelt, als wenn du unmündig bist.

              Für das, was sie einem in solchen Maßnahmen aufdrängen, kriegt man einen Bruchteil des Geldes wieder - und es ist völlig wurscht, ob du gerade eine Stromrechnung vorliegen hast, wo du was nachzahlen kannst und dir in diesem Moment z.B. Friseur gar nicht leisten kannst oder neue Klamotten.

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                Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                ...und es werden tatsächlich noch seltsame Maßnahmen "verteilt" (in diesem Jahr): da muss man sich dann einige (Billig-)Klamotten kaufen und zum Friseur gehen. ...
                Ich weiß nicht genau wie ich deinen Beitrag einordnen soll.
                Ist das jetzt ironisch gemeint? Oder behauptest du (ernst gemeint), daß ALG2-Empfänger offiziell und nachweislich, d.h. per Bescheid der BA, "gezwungen" werden zum Friseur zu gehen - so daß deine Verwendung des Wortes "muss" gerechtfertigt wäre?
                .

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                  Nicht durch einen Bescheid des Jobcenters, aber als Drohgebärde der Maßnahmeleiter.

                  Den Namen der Firma werde ich nicht nennen, war aber schon sehr bezeichnend.

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                    Zitat von xanrof Beitrag anzeigen
                    Ich weiß nicht genau wie ich deinen Beitrag einordnen soll.
                    Ist das jetzt ironisch gemeint? Oder behauptest du (ernst gemeint), daß ALG2-Empfänger offiziell und nachweislich, d.h. per Bescheid der BA, "gezwungen" werden zum Friseur zu gehen - so daß deine Verwendung des Wortes "muss" gerechtfertigt wäre?
                    Das gibt es wirklich. Wenn das unter Maßnahmen zur Untestützung der Persönlichkeit fällt, wird das aber bezahlt. Wenn man Maßnahmen nicht annimmt kann man glaube ich grundsätzlich bestraft werden.

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                      Ah, ok. "Maßnahmen zur Untestützung der Persönlichkeit", davon habe ich tatsächlich noch nie gehört.

                      Ich dachte nur, dass es einen Unterschied macht, ob der Betreuer einfach freundlich vorschlägt (ohne Hintergrunddrohung), "mal wieder" zum Friseur zu gehen oder ob es per Bescheid angeordnet wird.
                      .

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                        Zitat von xanrof Beitrag anzeigen
                        Ah, ok. "Maßnahmen zur Untestützung der Persönlichkeit", davon habe ich tatsächlich noch nie gehört.

                        Ich dachte nur, dass es einen Unterschied macht, ob der Betreuer einfach freundlich vorschlägt (ohne Hintergrunddrohung), "mal wieder" zum Friseur zu gehen oder ob es per Bescheid angeordnet wird.
                        Es handelt sich dabei wohl um "sozialpädagogische" Maßnahmen im Sinne es erweiterten "Coachings". Angeordnet wird nicht der Friseurbesuch, sondern die Teilnahme am "Coaching". Der Friseurbesuch wäre dann ein Teil des Coachings.

                        Natürlich spielt hier der (dümmliche) Gedanke rein, den der wohbeleibte SPD Politiker Beck so treffend mit "Machen Sie mal die Haare ordentlich und dann kriegen Sie auch einen Job!" formuliert hat. Arbeitslosigkeit sei stets ein individuelles Verschulden, keine Folge der gesellschaftlichen Zustände.

                        Aber natürlich kann man sich gegen eine solche Maßnahme wehren bzw. die Teilnahme ablehnen. Dafür braucht man dann natürlich Gründe, die man am besten eloquent vorträgt oder - noch besser - zu Papier bringt. Wer jetzt z.B. drei Bewerbungstrainings in kurzer Zeit absolvieren soll, der kann ruhig nachfragen, wie sich diese Maßnahme rechtfertigt und welche Kosten dafür anfallen.

                        Das geht dann an die vorgesetzte Stelle des Arbeitsvermittlers und kostet den Zeit und ist auch für den Vermittler selbst eher unangenehm. Man kann übrigens sogar Akteneinsicht verlangen, wenn man wissen will, wie die beiden vorigen Stellen einen beurteilt hätten, so dass jetzt ein drittes Training nötig sei. Man dreht einfach den Spieß um und stellt die Qualifikation der "Coaching-Agenturen" in Frage.

                        Auch die Drohung mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde oder die Drohung, sich an den Petitionsausschuss des jeweiligen Landtags zu wenden, könnte Eindruck machen. Nicht, weil sie negative Folgen zu erwarten hätten, aber der damit verbundene Papierkram kostet die Mitarbeiter des Arbeitsamtes mehrere Tage Zeit, die sie gar nicht zur Verfügung haben. (Sowas muss man aber genau zeitlich planen und recherchieren, sonst verpufft das, weil sie einem nicht glauben).

                        Andererseits spielen die Ämter solche Spielchen wohl eher mit Leuten, die beim Briefeschreiben oder Drohungen-Timing nicht so gut sind. Aber vielleicht kennt man jemanden, der einem hilft.
                        Republicans hate ducklings!

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                          Zitat von xanrof Beitrag anzeigen
                          Ah, ok. "Maßnahmen zur Untestützung der Persönlichkeit", davon habe ich tatsächlich noch nie gehört.
                          Das ganze fällt unter den Begriff "Persönliches Budget". Es handelt sich dabei nicht um eine Maßnahme. Dem Arbeitslosen steht dabei ein gewisses Kondingent an "Geld" zur Verfügung, was dann individuell ausgegeben werden kann aber nicht muss, da es sich um eine sogenannte "Kann-Leistung" handelt. Eine neue Frisur ist nur eine Möglichkeit, die Leistung in Anspruch zu nehmen.

                          Ich dachte nur, dass es einen Unterschied macht, ob der Betreuer einfach freundlich vorschlägt (ohne Hintergrunddrohung), "mal wieder" zum Friseur zu gehen oder ob es per Bescheid angeordnet wird.
                          Da es sich nicht um eine Pflichtleistung handelt, kann auch kein Bescheid erstellt werden, wo dann drin steht.

                          Nach Paragraph 4 Abs. 2 SGB II haben Sie zum Friseur zu gehen oder Ihnen werden die Leistungen gekürzt.

                          Die Antwort könnte dann so aussehen, dass derjenige sich einfach wieder die Haare wachsen lässt.
                          ____________________

                          Mein 3-jähriger Sohn zu einem Song von AC/DC: "Mama, warum kann die Frau nicht singen?"

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                            Das ist lediglich die Theorie dahinter.

                            Praktisch sieht es schon so aus, wie endar es beschrieben hat. Innerhalb der sozialpädagogischen Beratung wird einem gesagt "Zieh dich mal vernünftig an, lass Dir die Haare ordentlich schneiden, dann klappt das auch mit dem Job." und wenn man sich dann weigert, diesen Vorschlägen nachzukommen, wird einem damit gedroht, wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht aus der Maßnahme geworfen zu werden und die Kosten erstatten zu müssen, womit die Leute de facto Zwang auf die Leute ausgeübt wird.

                            LG
                            Whyme
                            Zuletzt geändert von Whyme; 13.09.2015, 05:35. Grund: Diverse Fehler beseitigt - kein inhatlicher Edit
                            "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
                            -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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                              Zitat von Whyme Beitrag anzeigen
                              ......, womit die Leute de facto Zwang auf die Leute ausgeübt wird.

                              LG
                              Whyme
                              genau so ist es Whyme und wenn ich mir das Relation zu gewissen Maßnahmen setzte, so sind es Sinnlosmaßnahmen, die meiner Meinung nach Zeit und Geldverschwendung sind.

                              Edit:
                              Meine Standpunkt ist da recht einfach: Weiss irgend jemand nicht wie man sich richtig Bewirbt, so ist es naheliegend da einen Personalchef zu fragen was er denn von einem Bewerber im Gespräch erwartet.
                              Dort geht es neben einem Gepflegten auftreten auch um nonverbale Kommunikation, Berufliche Soft und Hardskills und ob der Bewerber ins Team passt. Gute Informationen über das Unternehmen von seitens des Bewerbers spielen dabei auch eine Rolle. Natürlich spielt der Faktor Geld die wohl größte Rolle bei einer möglichen Auswahl. Ein großer Pluspunkt ist im Bewerbungszyklus eine gute Disposition der Probearbeiten und Bewerbungsgesprächen von Seiten des Bewerbers und eine angemessene Eigeninitiative. Letzteres wird im Bewerbungstrainig wohl nicht "gelehrt".
                              Zuletzt geändert von Infinitas; 12.09.2015, 11:06.
                              Das letzte Treffen der Generationen in Wien war übrigens BOMBE ! Picards Moralkiste:"Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln, sind leicht zu erkennen, aber diejenigen, die sich in gute Taten kleiden, sind hervorragend getarnt."

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                                @endar& Sunny: Danke für die Erklärungen.

                                @Infinitas: Wieso (bzw. für wen) soll Geld die größte Rolle spielen?
                                (Ich gehe davon aus, dass wir hier nicht über Schlüssel- und Führungspositionen reden, wo Gehaltsverhandlungen natürlich normal sind; und solche Leute brauchen auch eher keine Bewerbungshilfen. )

                                Stattdessen gibt es bei Jobangeboten, gerichtet an klassische Arbeitnehmer, eher nur geringe Möglichkeiten, Gehaltsverhandlungen zu führen.

                                D.h. für den AG sind die Kosten fix, egal wer den Job bekommt.

                                Und der AN bzw Arbeitssuchende wird, wenn zB 10 offene Stellen gefunden wurden, die vom Profil her grob passen, sich wahrscheinlich zunächst da bewerben, wo die größten Chancen bestehen - und nicht da, wo es die meiste Kohle gibt.
                                .

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