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    Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
    Na ja, bei 6% sind es 12 Jahre bis zur Verdopplung, und bei 5% 14 Jahre, während es bei 8% "nur" 9 Jahre dauert. Irgend eine besondere Bedeutung für die 7% kann ich da nicht erkennen.
    Nur eine Vermutung, aber hier geht es ja um Anleihen mit Laufzeiten von 10 Jahren. Vl ist eben gerade deswegen der Zinsatz, bei dem sich die Summe innerhalb der Laufzeit verdoppelt interessant.
    Die Herrschaftsverhältnisse ändern sich nie, lediglich die Methoden der Unterdrückung werden subtiler.

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      Dann ist man bei 6% auch nicht weit weg. Dann sind es nur mehr 80% Zuschlag, aber immerhin.

      Ich denke, vor aller Mathematik ist die Grenze psychologisch, da eben eine Verdopplung geschieht. Ob jetzt 6,5%, 6% oder 7%; die Lage ist immer ähnlich verzwickt.

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        5, 6, 7, 8, 9 .... Hängt euch doch nicht an den kleinen Zahlen auf, es geht um viel größere.

        Danke an Cotillion dafür:

        Was ich als Kern daraus entnehme, zeichnet sich schon lange ab:

        Eine frühzeitige Auflösung (der Eurozone) könnte jedoch das Überleben des europäischen Binnenmarkts und der EU ermöglichen. Ein vergeblicher Versuch, einen Zusammenbruch ein oder zwei Jahre lang zu verhindern - nachdem die Kernländer weitere offizielle Gelder in Milliardenhöhe verschwendet haben -, würde ein ungeordnetes Ende bedeuten, einschließlich der Zerstörung des Binnenmarkts aufgrund von massenhaft eingeführten protektionistischen Maßnahmen. Wenn ein Zerfall unausweichlich ist, bedeutet seine Verzögerung somit deutlich höhere Kosten.
        Mit anderen Worten: Den Spuk so schnell wie möglich rückabwickeln.

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          Zitat von Cotillion Beitrag anzeigen
          Chloe hat den englischen Kommentar von Roubini ja bereits hier verlinkt, aber auf FTD ist der Beitrag heute nochmal auf Deutsch erschienen, also für jene, die des Englischen nicht so mächtig sind:

          Der Währungscrash ist unvermeidlich
          Der Titel ist falsch, und die Zusammenfassung auch. Es ist nirgendwo in dem Artikel die Rede davon, dass der Crash unvermeidlich ist. Der Artikel dreht sich um die hypothetische Frage, was wäre wenn der Crash unvermeidlich wäre. Die FTD wird auch immer schlechter.

          Es gibt auch auf der Ausgangsseite jetzt eine Übersetzung in mehrere Sprachen, darunter auch ins Deutsche - ohne "Zusatzinterpretationen".

          "Geht die Eurozone in den Vorruhestand?" by Nouriel Roubini | Project Syndicate

          Edit: was mich noch abseits dieser Thematik schon seit längerem interessiert: warum wird immer davon gesprochen, dass ein Zinsniveau ab 7% für ein Land auf Dauer unfinanzierbar sei? Ist das eine psychologische Grenze, oder steckt da auch eine mathematische Überlegung dahinter?
          Die 7 Prozent sind nur eine Daumenregel. Es gibt eine Formel zur Berechnung der "Deathzone", die u.a. mal in der FAZ stand, die ich aber nicht mehr finde. Es geht grob gesagt darum, dass die Belastung des Haushalts durch Zinszahlungen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten darf (ich glaube, 30 Prozent). Es spielen das Verschuldungsniveau, die Steuereinnahmen und das Zinsniveau für langfristige Anleihen eine Rolle. Bei den durchschnittlichen Werten zu Verschuldung und Steuereinnahmen liegt die Grenze meist so bei 7 Prozent. Der eigentliche Wert ist für jedes Land unterschiedlich.

          Kommentar


            Diese Zinseszins-Rechnerei ist doch bei Staatsanleihen totaler Kokolores. Staatsanleihen sind doch Rentenpapiere, deren Zinsen jedes Jahr ausgezahlt und nicht automatisch wieder investiert werden. Ergo: Kein Zinseszinseffekt.

            Kommentar


              Zitat von Chloe
              Die 7 Prozent sind nur eine Daumenregel. Es gibt eine Formel zur Berechnung der "Deathzone", die u.a. mal in der FAZ stand, die ich aber nicht mehr finde. Es geht grob gesagt darum, dass die Belastung des Haushalts durch Zinszahlungen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten darf (ich glaube, 30 Prozent). Es spielen das Verschuldungsniveau, die Steuereinnahmen und das Zinsniveau für langfristige Anleihen eine Rolle. Bei den durchschnittlichen Werten zu Verschuldung und Steuereinnahmen liegt die Grenze meist so bei 7 Prozent. Der eigentliche Wert ist für jedes Land unterschiedlich.
              Lass mich mal was nachrechnen...

              Im Umlauf sind ~700 Milliarden Euro.
              Italien ist mit 1,noch was Billionen verschuldet.
              Spanien mit 1,noch was Billionen auch.
              Griechenland mit knapp 400 Milliarden.
              + Deutschland, Frankreich, Belgien und und und.

              Wie viel macht das?
              Einige Billionen?
              Nun rechnet mal die Zinsen dafür...

              Kann mir jemand sagen wie man diese Zinsen + Zinsenszinsen + Zinsenszinsen abbezahlen kann...wenn das gedruckte Geld nicht mal annähernd dafür reicht?

              Ich habe mal bei einer Bank 1000 Euro geliehen.
              Die Angestellte dort meinte zu mir: Sie können den Betrag jederzeit abbezahlen..aber eigentlich wollen wir von ihnen nur 25 Euro (die Zinsen) im Monat...

              Nach 5 Jahre wollte ich mich erkundigen was ich noch schulde...
              Ich dachte mir: 5 mal 12 mal 20 = 1200 Euro.
              Ergo: 1000 - 1200 = -200!
              Aber sehe da...ich schuldete der Bank immer noch um die 890 Euro!
              Ich will mir nicht vorstellen was passieren würde wenn ich auch noch ein paar Monate ausgelassen hätte!!!!
              Dann würde ich wahrscheinlich mehr als die 1000 Euro (vor 5 Jahren) schulden!!!!


              Ist das real?
              Wenn ja...
              Wie kann ein Staat (sogar mit weniger Geld im Umlauf als die Schulden) so etwas je bezahlen können?
              Ich kann nur für das was ich sage verantwortlich sein..nicht für das was du verstehst.

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                Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                Diese Zinseszins-Rechnerei ist doch bei Staatsanleihen totaler Kokolores. Staatsanleihen sind doch Rentenpapiere, deren Zinsen jedes Jahr ausgezahlt und nicht automatisch wieder investiert werden. Ergo: Kein Zinseszinseffekt.
                Eh kloa, alles nur "Verschöwurngstheorie" es gibt ja keine Zinsen überall und es gibt auch keine Eurokrise, alles nur "Verschwörungstheorie" gelle

                Kommentar


                  Zitat von DJSun1981 Beitrag anzeigen
                  Eh kloa, alles nur "Verschöwurngstheorie" es gibt ja keine Zinsen überall und es gibt auch keine Eurokrise, alles nur "Verschwörungstheorie" gelle
                  Nein, simpelste Mathematik. Zinseszinsen gibt es nur, wenn die Zinsen kapitalisiert, d.h. auf dem Konto gutgeschrieben werden. Wenn die Zinsen ausbezahlt werden, gibt es logischerweise auch keine Zinseszinsen. So funktioniert die Zinseszinsrechnung.

                  Zinseszins - Wikipedia

                  Bei Staatsanleihen werden die Zinsen üblicherweise laufend ausbezahlt.


                  .
                  EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                  Chloe schrieb nach 28 Minuten und 3 Sekunden:

                  Jetzt wollen ein paar im EZB-Rat keine offen angekündigten Zinsobergrenzen mehr, sondern "geheime".

                  Aufkauf von Staatsanleihen: EZB-Insider planen geheime Zinsobergrenze | Spiegel Online

                  Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Macht man es damit Spekulanten einfacher oder schwerer?

                  Brüderle ist natürlich ganz gegen irgendwelche Interventionen dieser Art und jammert wieder über drohende Inflation.

                  Für mich stellt sich eher die Frage, hat das eine Aussicht zu funktionieren, oder wird das wie mit Soros und der Bank of England enden? Dann wäre man vermutlich vollends geliefert.
                  Zuletzt geändert von Chloe; 23.08.2012, 08:55. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

                  Kommentar


                    Allerdings schreien bei den "führenden Ökonomen" auch die einen Hüh! und die anderen Hott!
                    Insofern ist das nicht wirklich hilfreich.

                    In Deutschland wird Politik aber leider schon seit längerem nicht mehr mit sachlichen Argumenten betrieben sondern es ist ein Hauen und Stechen um ideologisches Terrain und verbissene Sturheit, gepaart mit einem fatalen Gefühl nationaler Überlegenheit, das auch noch auf falschen Annahmen beruht.
                    "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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                      Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
                      Allerdings schreien bei den "führenden Ökonomen" auch die einen Hüh! und die anderen Hott!
                      Insofern ist das nicht wirklich hilfreich.
                      Das gilt aber vor allem innerhalb der Desasterzone. Bei den außerhalb Ansässigen sehe ich nicht so viel Hüh und Hott. Bei den Deutschen regiert eine Mischung aus politischen Visionen und Angst, deshalb sind die Empfehlungen auch so inkonsistent.

                      Die Inflationswarnungen sind ja nicht völlig unberechtigt. Auch die Moral Hazard-Befürchtungen nicht. Und wenn die EZB den Kampf gegen die Spekulanten aufnehmen will, ist keineswegs gesichert, dass sie am längeren Hebel sitzt. Das Beispiel Soros, der die Bank of England niederspekuliert hat, zeigt, dass das auch anders ausgehen kann.

                      Bei einigen habe ich auch die Vermutung, dass sie das Projekt eh schon aufgegeben haben und am liebsten rückabwickeln würden (bei Jürgen Stark bin ich sicher, dass es so ist). Andere sind nicht unabhängig, sondern vertreten bestimmte Interessengruppen (Hüther, Rürup z.B.).

                      Die Frage ist, wie hoch sind die Schäden eines Zusammenbruchs der Währungsunion, wie weit will man ins Risiko gehen, um das zu vermeiden, und wird die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt, dass die EZB trotz allem scheitert. Es gibt keine Erfahrungswerte, daher sind das Einschätzungsfragen, über die man letztlich auch keine objektiven Empfehlungen geben kann. Mehr als die unterschiedlichen Sichtweisen stört mich, dass mir oft die Begründung fehlt, wie sie dazu kommen.

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                        Es ist doch wirklich unglaublich


                        Da soll doch wer noch sagen Wirtschaft funktioniert nicht


                        Habe eben im Radio gehört das Deutschland 8,3 Milliarden überschuss hat und deshalb nun Schuldenfrei ist

                        Wenn dem so ist sollte man nun wirklich Griechenland helfen und vielleicht auch uns etwas an Steuern nachlassen

                        Was ich mich dennoch frage , warum hat Chloe dann so den Teufel an die Wand gemalt , wenn in solch unglaublich kurzer Zeit die Billionen Schulden getilgt wurden
                        Und manchmal denk ich mir, ich sollte mir die Ruhe und
                        Nervenstärke von einem Stuhl
                        zulegen.
                        Der muß auch mit jedem Arsch klarkommen!

                        Kommentar


                          Deutschland ist natürlich nicht schuldenfrei, sondern muss lediglich keine weiteren neuen Schulden zur Abdeckung von Defiziten und Tilgung von Zinsen aufnehmen.
                          "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

                          Kommentar


                            Der Schuldenstand betrug vorher 2095 Milliarden oder 81,5 Prozent, und jetzt beträgt er halt 2088 Milliarden oder 80,9 Prozent (Quelle: IMF).

                            Einen Anlass zur Entwarnung oder gar zu Siegesfeiern sehe ich da nicht.

                            Im Übrigen sehe ich auch nicht, inwiefern das auch nur ansatzweise die Probleme der Eurozone löst.

                            Immerhin, der Abstand zu Spanien, von dem die Bundesregierung ja auch mit Vorliebe martiale Sparprogramme fordert, dürfte jetzt langsam auf unter 10 Prozentpunkte fallen (von oben her gesehen, wohlgemerkt).
                            Zuletzt geändert von Chloe; 23.08.2012, 12:06.

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                              Zitat von Boltar Beitrag anzeigen
                              Habe eben im Radio gehört das Deutschland 8,3 Milliarden überschuss hat und deshalb nun Schuldenfrei ist
                              Äh, ich weiß jetzt nicht, was für Nachrichten das waren, vermute aber, dass allerhöchstens Deutschland 8,3 Milliarden Euro weniger Schulden aufnehmen muss als geplant, d.h. dass der Schuldenstand weiter steigt, aber halt nicht so stark wie gedacht. An Rückzahlung glaub ich nicht, von Überschüssen ganz zu schweigen.

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                                Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                                Äh, ich weiß jetzt nicht, was für Nachrichten das waren, vermute aber, dass allerhöchstens Deutschland 8,3 Milliarden Euro weniger Schulden aufnehmen muss als geplant, d.h. dass der Schuldenstand weiter steigt, aber halt nicht so stark wie gedacht. An Rückzahlung glaub ich nicht, von Überschüssen ganz zu schweigen.
                                Nicht ganz. Die Bundesrepublik als ganzes gesehen (Bund, Länder, Kommunen, Sozialversicherungen) haben im 1. Halbjahr zusammen 8,3 Millarden Euro Überschuss erwirtschaftet.

                                Deutschlands Robuste Konjunktur: 8,3 Milliarden Euro Überschuss für die Bundesrepublik - Wirtschafts-News - FOCUS Online - Nachrichten
                                "Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt."
                                -Cpt. Jean-Luc Picard

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