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FAZIT 1. Staffel

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    FAZIT 1. Staffel

    bin gespannt auf eure Fazite der 1. Staffel wie fandet ihr das ganze?? ich fang mal an...

    FAZIT zu DISCOVERY nach der 1.Staffel MIST

    Am Anfang hab ich gehofft das sich das Schiff um Sektion 31 handelt in geheimer Mission
    Underground Mäßig in den Krieg eingreift usw..da konnte man die ganzen Technologien wie sporenantrieb ect verzeihen..
    das es sich nicht um offizielle Sternenflotten Ausstattungen handelt wie bei Tos oder später erst bei TNG vorkommen. (Holodeck usw)
    Auch hätte man eine weit aus bessere Geschichte erzählen können wie hinterhältig und mit allen Mitteln Sektion 31 vorgeht nicht
    nach Sternenflotten Regeln.

    Als das dan mit den Parallel Universen kam dachte ich geil die machen ne Sliders Serie daraus! sie wollen zurück in ihr Universum
    der Haupt Plot ist schon mal gegeben. So hätte man ne geile Abenteuer Serie draus machen können in all möglichen verrückten
    Universen reisen wo bspw die Tribbles die Herschafft in den Alpha Quadraten haben oder sonstiges verrücktes Zeugs quer durch bis zu einen
    möglichen Cross Over zu den neuen Abrahms Filmen wo man auch dieses Universum besuchen und eintauchen hätte können. der Vorteil
    ist ganz klar Mann muss sich an keinen Kanon halten sondern kann all mögliche Story erzählen bis das das Discovery Universum nicht das Orginal TOS Universum ist ect..

    Nichts davon ist geschehen stattessen hat man ein Stumpfsinn draus gemacht und wieder ein durcheinander in den Kanon verursacht.
    Angefangen von den nicht zu erklärenden modernen Design Technologien, einen Uninteressanten Krieg mit den Klingonen und deren
    moderner Optik. Statische Schiffskämpfe keine Bewegung und generell zu wenig Kampf es wird viel drüber geredet aber keine Action.
    kein vergleich zu DS9 Krieg wo man richtige schlachten gesehn hat zwar veraltete cgi aber trotzdem gab es was zu sehn.

    Kann man vergessen potential hätte es gehabt allerdings nichts draus gemacht Weiß gar nicht was die mit ner 2Staffel machen
    wollen wohin in welcher Richtung das Ganze noch gehen sollen? und was wollen die jetzt mit Enterprise die jetzt am Ende auftaucht rofl..

    NEIN DANKE bin RAUS den MIST schau ich mir nicht mehr an.

    Wenn man das als Reboot betrachtet dan mag die Serie ok sein, trotzdem wurden keine Schlachtszenen gezeigt sondern nur rumgealbert in einem KRIEG??

    die hätten lieber ne Post DS9 Nemesis Serie machen sollen und kein Prequel bin enttäuscht.

    #2
    Bin unbefangen an die Serie herangegangen. TNG, DS9 & VOY fand ich persönlich zum größten Teil schlecht. Sicherlich einige schöne Folgen dabei, aber die drei Serien im 24. Jhd. empfand ich immer als zu steril und teilweise Arm an Spannung. TOS ist halt, aus heutiger Sicht visuell etwas komisch und auch sonst eher cheesy. ENT hatte ab Staffel 3 eigentlich mächtig zugelegt. DSC hat es direkt geschafft eine, für mich, durchaus interessante Geschichte zu erzählen. Dazu finde ich sowohl Cast als auch Design sehr gut. In meinen Augen, die mit Abstand beste ST-Serie bisher. Dazu auch die besten Folgen im Spiegeluniversum. Ich glaube lediglich Folge 8 (Die mit den komischen Lichtkugeln als Lebewesen und dem Sender) fand ich weniger unterhaltsam, weil sie mir schon zu viel von dem Star Trek beinhaltete, was ich nicht mag. Das Ende war mir leider auch etwas zu "seicht". Aber trotzdem bleibt die Vorfreude auf Staffel 2, da mir der Cliffhanger zum Ende hin gut gefiel.

    Unterm Strich, für mich, eine gute Serie, die durchaus ihren ST-Kern behält, sich aber nicht scheut, das ST-Universum vielfältiger, spannender und weitaus lebendiger zu machen.

    Bin doch sehr froh, dass man keine Prequelserie in einem aufgesetzten, sterilen und zu steifem 24 Jhd. oder in absehbarer Zeit danach gemacht hat.

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      #3
      Zitat von start4000 Beitrag anzeigen
      ...FAZIT zu DISCOVERY nach der 1.Staffel MIST ...
      Kann ich so unterschreiben.

      Um hier keinen Einzeiler zu produzieren:

      Disco fand sich streckenweise gar nicht mal schlecht. Ja, es gab für mich gute Momente. Sogar Lorca konnte manchmal bei mir punkten, der Doc war echt cool und Staments ist mein Held.

      Leider überwiegen die schlechten Momente bei weitem. Da sind erst mal die seltsamen Tode, etwa die Sicherheitschefin oder der Doc. Die wurden einfach abserviert ohne Sinn und Verstand. Lorca musste vor dem Finale von Bord, dabei hätte ich ihm trotz allem den Sieg gegönnt. Oft war die Serie einfach nur öde, jedenfalls für mich. Das Design erinnerte mich zu sehr an JJ-Trek, die Story auch oft. Die Klingonen wurden verschlimmbessert und der ganze Handlungsstrang mit dem Krieg verpufft einfach.

      Die Schauspieler oder besser gesagt ihre Rollen überzeugen mich auch nicht, mal abgesehen von Staments, Lorca und dem Doc. Burham agiert viel zu oft wie eine Vollidiotin obwohl sie eigentlich oberschlau sein sollte. Tilly nervt, Ash nervt noch mehr, die Admiralin ist viel zu wankelmütig, Saru macht meist nix außer Angst haben, Sarek ist zum Arschloch mutiert, usw.

      Also: Die Serie ist in ihrer Gesamtheit Mist. Ich habe auch nicht viel Hoffnung das es in der zweiten Staffel besser wird.

      "Vittoria agli Assassini!"

      - Caterina Sforza, Rom, 1503

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        #4
        Zu den Charaktären:
        Burnham: Total langweilig, kann mich überhaupt nicht überzeugen. Hoffentlich tritt sie in der nächsten Staffel deutlich kürzer.
        Tyler: Genau wie Burnham, hoffentlich ab jetzt wenn überhaupt nur noch Nebenfigur.
        Tilly: Finde sie einfach nur nervig.
        Staments: von ihm hat man nur wenig gesehen, beschäftigt sich eigentlich nur mit dem Antrieb. Hoffentlich bekommt er bald auch noch neue Aufgaben. Ist noch meilenweit von einem Scotty oder O`Brian entfernt.
        Saru: Fand ich anfangs klasse, aber irgendwie stagnierte seine Entwicklung. Hoffentlich sieht man von ihm mehr als nur "Angst haben". Möchte auch mehr über sein Volk erfahren.
        Lorca: Hat mir gut gefallen, schade dass er so verhunzt wurde.
        Georgiou: Schwer einzuordnen, da ihr regulärer Charakter bald starb. Aber als Imperatorin hat sie mir gut gefallen, wird sicherlich weitere Gastauftritte haben.,

        Mich hat kein einziger Charakter wirklich beeindruckt, hoffe dass in der kommenden Staffel auch bisherige Nebencharaktäre beleuchtet werden. Bin ja schon sehr gespannt etwas über die Roboterfrau bzw. Cyborgfrau zu erfahren. Auch die rothaarige Steuerfrau mit dem Augenokular sieht man in vielen Szenen, jedoch hat sie kaum einen Satz gesprochen. Und öfters sah man auch die schwarze Frau mit der Tyr Anasazi Frisur sowie einen asiatischen und einen schwarzen Mann.
        Aber das ist leider schon seit Voyager so, dass ich die Charaktäre allesamt nicht wirklich gut finde.

        Den Plot um den Sporenantrieb finde ich nicht so toll, weil das ist ja ne absolute Wunderwaffe, um im Canon zu bleiben muss jetzt eine drifftige Begründung her warum die Föderation diesen überhaupt nicht mehr verwendet. Bin aber der Meinung Star Trek benötigt solche Wunderwaffen nicht.

        Der Part um den Klingonenkrieg, meiner Meinung nach sehr schlecht beendet. Der Konflikt war die ganze Serie über nicht auf hohem Niveau, wahrscheinlich besser so dass dieser nun beendet ist und ein neuer Part eingeführt wird.

        Die Episoden rund ums Paralleluniversum haben mir gut gefallen, obwohl es ziemlich leicht ging dort zu überleben bzw. sich in die politische Ordnung einzumischen. Aber beim Abflug der Discovery herrschte ja dort ein ziemliches Chaos, bin mir sicher dass wir wieder was davon hören werden.

        Generell hat mir die Serie am Anfang gut gefallen, konnte leider das Tempo nicht halten. Aber ich werde sie natürlich weitersehen und hoffe auf eine Steigerung in der nächsten Staffel.
        Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
        die Internationale erkämpft das Menschenrecht


        das geht aber auch so

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          #5
          Selten eine derart konzeptlose Serie gesehen. Alles wirkt schnell und lieblos dahingeschustert. Massive Logiklücken in der Handlung. Dank der Fokusierung auf das Spiegeluniversum spielt der Klingonen-Krieg in der zweiten Hälfte so gut wie keine Rolle um ihn schnell lieblos zu beenden. Lorca wird binnen einer Folge vom zwielichtigen Captain zum Klischeeschurken und stirbt gleich mal den Schurkentod. Charaktere werden am laufenden Band eingeführt, gekillt, wieder eingeführt.

          Ich hab keine Ahnung in wieweit der Abgang von Fuller für diese Konzeptlosigkeit verantwortlich ist. Die erste Staffel wirkt durchaus wie ne Staffel einer (von ihm geplanten) Anthology-Serie und ist eigentlich derart abgeschlossen, dass eine Fortsetzung nur schwer möglich ist. Allerdings ist Fuller schon ein Jahr fort, eigentlich genügend Zeit für Goldsmann eine anständige Serie auf die Beine zu stellen. Wobei Goldmann und Kurtzman insgesamt nur bedingt für ihre Qualität bekannt sind (Goldsmann hat zwar zu Recht nen Oscar für "A Beautiful Mind" bekommen, hat aber z.B. alleine dieses Jahr neben DSC "Transformers 5", "Rings" und "Der dunkle Turm" verbrochen, Kurtzman das unsägliche "Die Mumie" Reboot).

          Ich will aber die Staffel nicht komplett schlecht reden. Denn die Folgen im Spiegeluniversum waren (trotz Verheizens des Lorca-Charakteres und des Arztes) ganz großes Kino. Zum Einen entfernte man sich hier von der konzeptlosen Haupthandlung und zum Anderen hat man dort weitaus mehr Freiheiten als im Prime-Universum.

          Apropos, was die Macher geritten hat die Serie 10 Jahre vor TOS zu platzieren wissen sie selbst. Nicht nur, dass es dazu zu Unmengen nicht schönzuredenden Kontinuitätsfehlern kommt, würde die Handlung doch weitaus besser in die Post-Nemesis-Zeit passen:
          Klingonen haben Angst Mitglied der Föderation zu werden und ihre Kultur zu verlieren, T'Kuvma ruft als "Klingon First"-Redner zum Krieg auf - haben halt mal wieder mit ihrer DNA experimentiert und ihre Schiffe optisch umgerüstet.
          Elemente wie die Holo-Kommunikation usw würden hier weitaus besser passen.
          Die Imperatorin könnte nach DS9 die Klingonen so gut wie vernichtet und das Terranische Imperium wiederhergestellt haben. Als große Kriegsführerin in einem fast verlorenen Krieg gegen die Klingonen würde ihre Ernennung zum Captain während der finalen Mission zumindest MINIMAL Sinn machen.

          Um zu einem endgültigen Fazit zu kommen. Dank dem klasse Spiegeluniversums Teil, sehe ich sie als viert- oder fünftschwächste ST-Staffel (nach TAS, TOS3, TNG1, vielleicht sogar ENT2) an. An ihrem Status als (für mich) schwächste ST-Real-Serie gibt es allerdings nichts zu rütteln. Für Staffel 2 erhoffe ich mir, dass man nun, wo man keine Fuller-Altlasten mehr hat, etwas mehr vorausplant und nicht so konzeptlos agiert. Natürlich würde mir auch mehr Trekkigkeit gefallen und wenn man sich optisch etwas mehr den bisherigen Serien annähert.

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            #6
            Die bislang beste Star Trek-Auftaktstaffel, wobei dies noch keine große Leistung ist.

            Die Führungsriege gefiel mir sehr gut. Lorca raucht 1.Staffel Picard, Janeway und Sisko zusammen in der Pfeife, Saru ist zur Abwechselung mal keine Spock-Kopie und auch mit Stamets betritt man Neuland ( nicht weil er ein Pilzjunkie oder homosexuell wäre, sondern weil er tatsächlich einen zivilen Hintergrund aufweist). Und die Serie hat alles was Star Trek ausmacht: Action, Klingonen, moralisierende Reden, Darwin-Preisträger, Weltraumtiere und Spocks Mama.

            Leider fällt Michael etwas ab, was nicht so schlimm wäre, würde man die Serie nicht im 7 of 9 Maßstab um sie herum aufbauen. Inzwischen vermute ich, dass es auch an der Schauspielerin liegt, denn es gibt einige wunderbar theatralische Dialoge, die aus ihrem Mund einfach nicht wirken. Bei B5 haben ähnliche Dialoge aus der Schreibe von JMS Gänsehaut erzeugt, wenn sie von Leuten wie Peter Jurasik oder Wayne Alexander vorgetragen wurden. Ich hoffe in der nächsten Staffel auf einen erstklassig verkörperten Captain, der in der Lage ist, seinen Wissenschaftsoffizier mithochzuziehen.

            Es gibt anscheinend auch einige Verwirrung über die Richtung der Serie (oder deutliche Vorstellungen von konkurrierenden Gruppen hinter den Kulissen). Einerseits hat man einen durchgehenden Kriegshandlungsbogen, dann kommen plötzlich an TOS oder TNG angelehnte Einzelfolgen und dann macht man einen langezogenen Abstecher ins Spiegeluniversum. Wenn man jedoch die anderen Serien zum Maßstab nimmt, muss man nicht besorgt sein. Letztendlich haben sie alle ihren Weg gefunden.

            4 von 6 Sternen für die Gesamtstaffel

            ****
            I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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              #7
              Ich fand die 1. Staffel von Discovery recht durchwachsen. Sie hatte durchaus ihre Höhepunkte, allerdings auch seltsame Plotholes. Sie gehört zu den Serien, die vorhersehbar sind, da ja fast alle Spekulationen der Fans sich erfüllt haben. Im Schnitt ist sie 1. Staffel die beste Auftaktstaffel aller Star Trek Serien, was aber auch an ihrem Erzählstil liegt (keine Einzelepisoden).

              Burnham ist der mit Abstand uninteressanteste Charakter der Serie, abgesehen von der Brückencrew, die kaum Screentime haben. Wie heißen denn die Charaktere der Brückencrew? Ich habs vergessen. Vielleicht liegt es aber auch an der Schauspielerin selber.

              Lorca fand ich dagegen mit Abstand der interessanteste Charakter, da er deutlich vielschichtiger geschrieben war. Ich hoffe. der taucht irgendwann nochmal auf.

              Tilly ist wahrscheinlich nur dazu da, den Wesley Crusher in DSC zu mimen. Sie hat für fast alles eine Lösung (obwohl sie noch Kadett ist), was schon etwas nervig. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang auch sehr lustige Szenen.

              Wie ich Saru einordnen kann, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Hier gabs ebenfalls relativ wenig Charakterentwicklung.

              Die gespaltenen Persönlichkeit Tyler nervt eigentlich nur noch und die Beziehung zu Burnham ist eher peinlich.

              Stamets erinnert mich irgendwie an einen homosexuellen McKay. Keine Ahnung wie ich den zukünftig weiter einordnen soll.

              Der Krieg mit den Klingonen (mir gefällt das neue Design überhaupt nicht) war ja mal armselig. Am besten hat mir aber der Spiegel-Universum-Part gefallen.

              3 Sterne
              R.I.P. SGU // R.I.P. STARGATE™
              ***
              "Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt." Albert Einstein

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                #8
                In Summe würde ich 3 von 6 Sternen geben, die Staffel hat mich unterhalten, aber eben nicht vom Hocker gehauen und gibt mir auch nicht zwingend das Gefühl, dass ich von dieser Crew mehr sehen müsste.

                Meine Staffel Highlights waren
                T=Mudd²
                Nur wegen Dir

                Tiefpunkte:
                Auftakt zur Vergangenheit

                Nach wie vor fällt es mir schwer soetwas wie eine Linie in der Entwicklung von Story und Figuren zu erkennen. Charaktere wurden gut aufgebaut, um Sie dann auf der anderen Seite aber wiederum total banal zu entsorgen (siehe Doc Culber, oder eben Captain Lorca). Die Story ist mir zu stark auf Michael Burnham zentriert. Ich hätte mir gewünscht, dass die anderen Charaktere noch weiter ausgebaut werden. Am Ende wurde zu viel Handlung in wenige Folgen gepackt. 200 Minuten mehr Sendezeit (also ca 5 Folgen) hätten der Serien sicherlich sehr gut getan. Ich hatte das Gefühl die Autoren hatten sich zeitlich in eine Sackgasse geschrieben und mussten irgendwie fertig werden. Darunter haben insb. die letzten 3 Episoden massiv gelitten und es wirkte dann doch sehr lieblos.
                Auf der einen Seite habe ich viele schöne Anspielungen auf TOS entdeckt, aber die wirkten eher zufällig eingestreut.

                Was ich mir für Staffel zwei wünschen würde:

                - zwei neue Hauptcharaktere (Arzt und Captain)
                - Erzählweise ála ENT Staffel 4 mit für sich stehenden Einzelepisoden und Mehrteilern
                - neue Aliens bzw. intensivere Ausgestaltung von grob bekannten Spezies
                - mehr Kontinuität in Charakterentwicklung und Story Telling
                - weniger Michael Burnham Soloshow, mehr Miteinander der Crew


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                  #9
                  Wenn ich über die erste Staffel nachdenke, frage ich mich immer wieder, was gehörte zu Fullers Vision und was haben die Autoren dann geändert oder neu erfunden. Deswegen bin ich froh, dass es After Trek gibt, wo doch etwas über die Hintergründe informiert wird. Im Grunde genommen habe ich das Gefühl Fuller wollte eine grauschattierte Serie im Stil von DS9 und BSG haben, während die jetzigen Autoren mehr eine Mischung aus TOS und TNG machen wollen.

                  Als die ersten Infos über die Handlung durchsickerten, lief mir persönlich das Wasser im Munde zusammen. Ich malte mir einen eigenständige Klingonenhandlung im Stil von Game of Thrones aus. Häuser die sich gegenseitig bekämpfen, Intrigen spinnen um die Macht im klingonischen Reich zu erlangen. Mittendrin die Discovery die mit den Klingonen klar kommen muss, aber trotzdem irgendwie versucht ihre Föderationsideale aufrecht zu erhalten. Die Ironie ist, dass ich genau dies in der 2. Staffelhälfte mehr oder weniger bekommen habe, wenn auch anders als gedacht. Ja erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Klingonen wie sie sich Fuller wohl vorgestellt hat, funktionierten von Anfang an nicht und die Autoren konnten mit dem Krieg nichts anfangen. Also taten sie das einzig richtige und stellten beides in den Hintergrund. Eine Entscheidung die über die Staffel hinweg funktionierte, aber sich in den beiden letzten Folgen rächen sollte, da die Autoren beides unbedingt in der 1. Staffel beenden wollten. Koste es was es wolle.

                  In einer After Trek Episode (ich glaube es war die wo Lorca als Spiegel Lorca offenbart wurde), wurde gesagt, dass ursprünglich geplant war, bereits in der 4. oder 5. Folge ins Spiegeluniversum zu springen. Dies wurde aber sein gelassen, weil man zuerst die PU Charaktere ausarbeiten und dem Zuschauer verständlicher machen wollten. Das war auch die richtige Entscheidung, aber dadurch, dass man Fullers Ideen in der 1. Staffel auch beenden wollte, wirkt vor allem das Staffelfinale gehetzt und wenig durchdacht. Hätte man die Handlung auf Quo’nos auf zwei oder gar drei Folgen verlängert, wäre das Ende wesentlich stimmiger und nachvollziehbarer gewesen.

                  Ich gehe mal die Staffel von Anfang an durch. Bewertet habe ich bisher nur die 10. Episode die von mir die Höchstpunktzahl von sechs Sternen bekommen hat. Das ist auch die einzige Episode der Staffel die von mir höchstwahrscheinlich die Höchstpunktzahl bekommt. Für alle anderen werde ich nur eine Tendenz angeben.
                  Die ersten fünf Folgen haben mir gut gefallen und werde wohl 4 oder 5 Sterne vergeben. Die Folgen fühlten sich wie aus einem Guss an und kommen wohl Fullers Vision von Discovery am nächsten. Episode 6 Lethe stellt dann einen bisherigen handlungstechnischen Bruch dar und dient dazu Burnham und mit gewissen Abstrichen Lorca näher zu beleuchten. Lethe stellt auch den Beginn von Einzelepisoden dar, die sich bis zum Halbstaffelfinale hinziehen wird. Während Lethe mir ganz gut gefallen hat, waren die darauffolgenden Episode 7 und 8 unterdurchschnittlich bis katastrophal. Episode 7 mit Mudd und der Murmelweltraumwalhandlung war für mich eine einzige Katastrophe und die schlechteste Folge der 1. Halbstaffel und vielleicht sogar der bisherigen 1. Staffel. Episode 8 fand ich langweilig und den weinerlichen Saru nervtötend. Daraus ziehe ich den Schluss, dass die Autoren keine Einzelepisoden schreiben können und hoffe, dass sie in der 2. Staffel weiterhin auf eine serielle Erzählweise setzen. Mit Episode 9 fängt sich die Serie wieder und hat mit der darauffolgenden MU Handlung auch mit Episode 10 eine Folge, die ohne großes Nachdenken von mir die Höchstpunktzahl bekommt. Die Episoden 9 bis 12 bekommen auch von mir entweder 4 oder 5 Sterne. Nach diesem 2. guten Lauf bekommt die Discovery wieder einen heftigen Dämpfer versetzt. Und das in genau den Episoden wo Handlungsstränge aufgelöst und beendet werden. Mehr als einmal habe ich mich gefragt ob es für Discovery auch einen Extended Cut gibt. Gerade weil Discovery auf Streaming Plattformen gesendet wird, sollte man sich doch nicht von einem 45 Minuten Format einengen lassen. Dann habe ich aber gehört, dass in Kanada Discovery auf dem Space Channel läuft und wohl deswegen weiterhin die Folgen auf ca. 45 Minuten beschränkt sind. Vor allen Dingen in den letzten beiden Folgen merkt man den Autoren an, ungeliebte Handlungen mit denen sie nichts anfangen können, so schnell und unspektakulär wie möglich abhaken und in der Versenkung verschwinden lassen wollen. Mit dem Kriegsverlauf haben sie auch übertrieben und führt zum ersten echten Canonbruch (nein irgendwelche optischen Sachen gehören für mich nicht dazu), da Martok in einer DS9 Folge sagte, dass die Klingonen nie gewagt oder daran gedacht hätten die Erde anzugreifen. Es zeigt mir auch, dass die Macher mit DS9 an sich wenig anfangen können und lieber erzählen wie toll sie TOS und TNG finden. Das wirklich Positive was ich aus den letzten beiden Episoden herausnehme, dass ich Lorca nicht vermisst habe. Was für mich eine Überraschung war, weil dies mein bisheriger absoluter Lieblingscharakter war.
                  10 von 15 Episoden haben mir gut bis sehr gut gefallen, während die anderen 5 Episoden 3 Sterne oder weniger bekommen. Das ist kein schlechter Schnitt für eine 1. Staffel Star Trek, wenn die 3 Sterne oder weniger Episoden nicht ausgerechnet die handlungsauflösenden Episoden zum Ende hin betreffen würden.

                  Trotzdem sie die Auflösungen von verschiedenen Handlungssträngen vermasselt haben, sehe ich der 2. Staffel optimistisch entgegen, denn jetzt haben wir es (hoffentlich) mit einer einheitlichen Vision zu tun und keine Ideen mit denen die Autoren nichts anfangen können. Hier stellt sich auch die Frage, was die Macher in Discovery (zumindest für mich) bisher richtig gemacht haben und sie unbedingt in der 2. Staffel ausbauen sollten.

                  Die Chars gefallen mir durch die Bank weg gut und machen im Verlauf der Staffel eine Entwicklung durch bzw. werden vertieft. Z.B. liegen zwischen dem Stamets aus Episode 3 und dem Stamets am Ende der Staffel Welten. Saru wächst in die Rolle des Führungsoffiziers und Acting Captain hinein. Tilly ist sowieso cool und ich hoffe auch im PU wird sie noch den ein oder anderen Captain Killy Moment bekommen. Selbst die von den Fans viel gescholtene Michael Burnham ist mir ans Herz gewachsen. Tyler ist der einzige Char aus dem Maincast der von mir aus die Serie verlassen kann, aber ich muss sagen seine beste Performance hatte er tatsächlich im Staffelfinale. Gegen einen Tyler der mit seiner menschlichen und klingonischen Seite im Einklang ist, hätte ich persönlich nichts einzuwenden.
                  James Frain ist Sarek. Nichts gegen die anderen beiden Schauspieler die Sarek bisher gespielt haben, aber sie verblassen im Schatten von James Frains Interpretation eines vulkanischen Botschafters. Michelle Yeoh durfte vor allem als Imperatorin zeigen was sie drauf hat und stelle mir ein Teamup mit Harry Mudd vor. Dieser hat mir in Episode 5 gut gefallen in Episode 7 dagegen nicht mehr, aber hier war die Handlung an sich schuld. Bei Admiral Cornwell frage ich mich, ob eine Therapeutin jetzt wirklich Oberkommandierende der Sternenflotte ist. Das würde erklären, warum in TOS nur bürokratische Vollpfosten Vorgesetzte sind, denn die Feldkommandeure sind alle im Krieg umgekommen.

                  Vom Produktionstechnischen Standpunkt aus gibt es nichts zu meckern. Kostüme, Ausstattung und Kulissen befinden sich auf einem hohen Niveau mit Kinoqualität. Bei den CGI gab es ja immer wieder Diskussionen, aber gerade wenn ich mir organische Effekte wie den Tardigraden oder den Weltraumwal ansehen (hier erkennt man schlechte CGI normalerweise sofort), merkt man das die CGI nicht wirklich schlecht ist, aber es wohl bei der Ausführung etwas hakt.

                  Die Zutaten für eine gute bis herausragende Star Trek Serie sind vorhanden und ich hoffe die negativen Kritikpunkte der 1. Staffel, lassen sich alleine auf die verschiedenen Visionen der Autoren und Fuller zurückführen.
                  Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (chinesisches Sprichwort)
                  Die Menschen sind sehr offen für neue Dinge - solange sie nur genau den alten gleichen. (Charles Kettering 1876-1958)
                  [...]dem harten Kern der Science-Fiction-Fans, leidenschaftlich, leicht erregbar, meist männlich, oft besserwisserisch, penibel, streng und ebenso gnadenlos im Urteil wie im Vorurteil.[...] Quelle SPON

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                    #10
                    Was mir noch fehlt, ist eine Erklärung für den Zeitraum*. Ich merke, man könnte 90-95% der Drehbücher beibehalten, wenn man die ganze Geschichte nach NEMESIS spielen lassen würde. Das ist für mich echt noch ein Minuspunkt der Geschichte. Ansonsten stört mich Michael insofern, dass ich die Figur nicht wirklich interessant finde - andere Figuren interessieren mich mehr. Bisschen schade, wenn ausgerechnet die Hauptfigur bei einem nicht ankommt.

                    Im Großen und Ganzen sehe ich es als (gutes) Mittelmaß. 3 von 5 Sternenschiffe ;-)

                    *Mir würde ja sowas wie bei ENTERPRISE reichen. Die Geschichten dort waren erkennbar Anfänge im Weltraum.

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                      #11
                      Ich bin mit TNG aufgewachsen, finde TNG und DS9 die besten ST Serien und liebe die alten TOS Filme. Auch die alte Serie, Voyager (aber auch erst heutzutage) und sogar Enterprise gefallen mir gut bis sehr gut.

                      Mit STD hatte ich anfangs meine Probleme. Die Charaktere waren mir unsympathisch, die Story anfangs etwas wirr und die Klingonen, naja, dazu wurde ja schon oft genug alles gesagt. Ich habe mich anfangs auch vom Gebashe gegen die Serie anstecken lassen und da ich nebenbei bei Netflix noch die alten Serien allen voran TNG und DS9 gesehen habe, hatte ich den direkten Vergleich und der viel dann erstmal sehr zu ungunsten von STD aus.

                      Aber was soll ich sagen, so ab Folge 6-8 hat mich die Serie irgendwann in den Bann gezogen und ich bin jetzt nach 15 Folgen wirklich ein Fan geworden. Die Charaktere haben schöne Wendungen vollzogen, Michael gefällt mir inzwischen richtig gut, während ich sie anfangs überhaupt nicht mochte. Tilly (Killy :-) ) und Saru sind super und auch der Rest der Crew ist inzwischen "vertrauter" geworden, wobei ich mir wünschen würde, noch mehr über die einzelnen Mitglieder der Brücke zu erfahren.

                      Ja, die Story hatte Schwächen, aber auch tolle interessante Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen (Lorca) und ich freue mich inzwischen echt richtig auf eine zweite Staffel. Hoffentlich nehmen sie Pike und Spock aus den letzten Filmen, das wäre grandios.

                      Einzige Wermutstropfen sind nach wie vor die Klingonen. Das Aussehen gefällt mir immer noch nicht sonderlich gut, was vor allem an den fehlenden Haaren liegt. Die Aussprache im O-Ton ist auch dürftig. Taylor spricht hier fast noch am Besten, da er keine Mund-Prothese hat. Hauptkritikpunkt ist aber bei den Klingonen, dass sie Ihre Feinde essen. Das geht ja mal gar nicht. Und dann ist da noch der Sporenantrieb, der irgendwie für immer weg muss, sonst passt das ja nicht.

                      Aber vielleicht machen sie das ja in Staffel 2 alles runder. Ich freue mich, dass es ST doch noch gelungen ist, wieder im TV zu laufen und Staffel 2 kann kommen. :-)

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                        #12
                        Die ganze Staffel war ein einziges "trainwreck", da passt dieser englische Begriff wunderbar. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll - am besten bei den positiven Dingen, das geht recht schnell.

                        Prinzipiell hat(te) man hier eine Crew, die das Potential hat, sympathisch zu sein. Saru als vorsichtiger "Captain", zurückhaltender als vergangene Figuren (Picard war diplomatisch, aber nicht zurückhaltend, dank Patrick Stewart war der zeitweise shakespearisch-überlebensgroß), Stamets als potentiell aneckender Charakter, Cornwell als "menschlicher" Admiral mit Stärken und Schwächen, Tyler als Sunnyboy mit PTSD, Colber als Ruhepol, Tilly als Kadett, der noch viel lernen muss. Und ein paar Mitglieder der Brückencrew, deren Schauspieler zumindest sympathisch wirken - mehr weiß man leider nicht über sie.

                        Burnham hab ich jetzt bewusst außen vor gelassen - dieser Charakter ist das erste große Problem. Sie ist kein Charakter. Sie ist Mary Sue. Nie wird das offensichtlicher im Finale als ihr alle nacheinander huldigen - als Tyler ihr eröffnet, dass sie ihn gerettet habe, als Sarek sie lobt, als sie vor der ganzen Admiralität sprechen darf. Und weil sie Mary Sue ist, hat sie einen ganz dramatischen Background, ist (laut Konzept) superintelligent und auch noch nahkampferprobt - und tut trotzdem viele dumme Dinge, die aber alle nichtsdestotrotz gut ausgehen. Sich ohne Plan unbewaffnet mit Spiegel-Lorca und seiner ganzen Mörderbande treffen? Kein Problem. Sich einer eiskalten Massenmörderin, die auch gerne Hominiden isst, in den Weg stellen nach dem Motto "Du traust dich nie, mich zu erschießen!"? Klaro! Einer Klingonin, die die ganze Zeit die Vernichtung der Föderation betrieben hat, den Schlüssel zur Kriegswende in die Hand geben und darauf zu vertrauen, dass sie dann bestimmt so lieb ist, die Erde zu verschonen? Na aber hallo! Burnham tut immer genau das, was das Drehbuch benötigt - mal ist sie logisch, mal ist sie emotional, mal ist sie spontan. Null Konzept, null Sinn.

                        Die anderen Charaktere erreichen auch nicht ansatzweise das Potential, das der Cast bzw. die Ausgangssituation hergäbe - Lorca hätte ein "Anti-Captain" werden können, vielleicht sogar jemand, gegen den die Crew ihre Sternenflotten-Ideale durchsetzen muss, ohne zu meutern, den wir aber langsam zu verstehen lernen, was wurde er? Ein Bösewicht, dem nur mehr der Schnurrbart zum Zwirbeln fehlte. Anstatt einer "glaubhaften" homosexuellen Beziehung bekommen wir zwei Klischee-Turteltäubchen, die sich gegenseitig beim Zähneputzen anschmachten, Tilly wirkt phasenweise wie ein Teenager, der nicht mal aufgenommen worden wäre auf die Akademie, Tyler wird in zwei Folgen vom mental zerstörten schizophrenen Irren wieder zum stabilen Menschen, der cool klarkommt mit der zerbrochenen Beziehung und von der potentiell interessanten Brückencrew wissen nach 15 Folgen, einem "Krieg" und einem Sprung ins Spiegeluniversum nur die hartgesottensten Fans, wie die überhaupt heißen.

                        A propos Krieg - die Drehbücher insgesamt sind eine Katastrophe von Supernova-Ausmaßen, die teilweise nicht mal das Niveau brauchbarer Fanfiction erreicht. Bei letzterer bemühen sich die Autoren idR um eine gewisse Glaubhaftigkeit der Geschichte. Den Discovery-Autoren sind solche Banalitäten einfach egal. Der Deus ex machina "Sporenantrieb" zaubert die Discovery mal hier mal dorthin, wo's das Drehbuch gerade benötigt, ein Ingenieur spritzt sich ein bisschen Alien-DNA und steuert im Alleingang das Schiff durch das ganze Multiversum in allen Zeitebenen, der "Sicherheitsoffizier" geht mit gezücktem Säbel auf ein Tier los, das schon erwiesen hat, sehr resistent zu sein, man zaubert sich ins Spiegeluniversum, spielt dort Maskenball, Lorca übernimmt mal eben das Flaggschiff der terranischen Imperatorin, weil ein unvorsichtiger Wächter ihn rauslässt, Mary Sue macht das aber im Alleingang wieder rückgängig, die Sternenflotte beschließt Massenmord, nur um dann auf eine pathetische Ansprache hin es sich doch anders zu überlegen, die Klingonen werden von der Außenseiterin übernommen, um dann eine Bat'leth-Länge von der Vernichtung der Erde entfernt wieder umzudrehen .. ich will mir gar nicht mehr Gedanken um die Aneinanderreihung von Schwachsinnigkeiten machen müssen, die uns diese Serie als "Story" verkauft hat. Man wirft 3 oder 4 Plots (Sporenantrieb, Krieg, Spiegeluniversum, .... Burnhams "Entwicklung"...?) in den Mixer, um sie ohne jeden Sinn und Verstand, ohne glaubhaften Spannungsbogen wieder zusammenzustückeln.

                        Und sogar einer unschlüssigen Geschichte könnte man noch etwas abgewinnen, wenn man sich Zeit ließe für seine Charaktere. Aber auch das vergönnt uns Discovery nicht, man hetzt von Plotpunkt zu Plotpunkt, weil man offensichtlich glaubt, dass "Generation Youtube" keine Aufmerksamkeitsspanne hat, die 5 Minuten überseigt - da sei DS9 als Gegenbeispiel genannt, wie es funktionieren KANN. Man etabliert Charaktere, ihre Beziehungen untereinander, der Zuschauer gewinnt sie lieb - und dann bringt man sie in gefährliche Situationen und lässt den Zuseher mitleiden. Wen hat der Tod der offensichtlich wahnsinnigen Sicherheitschefin gekratzt? Wie lange wirkte der Tod von Culber auf die Zuseher, wer war das überhaupt außer "der Typ, der mit Stamets Zähne putzt"? Wie soll man die Beziehung von Tyler und Burnham ernstnehmen, wenn Frau "Ich bin vulkanisch erzogen!" binnen zwei oder drei Folgen dem schmachtenden Blick eines dahergelaufenen süßen Kerls erliegt?

                        Selbst aber das langsame Etablieren von Charakteren wäre nicht nötig, wenn das Drehbuch uns eine sympathische Truppe präsentiert, mit der wir sofort mitleiden können - nicht mal DAS lässt uns Discovery in den ersten Episoden: Burnham schaut die ganze Zeit emo aus der Wäsche und ist unsympathisch zu Tilly, Lorca und Stamets fahren einander an wie Kindergartenkinder, nicht wie Sternenflottenoffiziere, die Sicherheitschefin wirkt ohnehin die ganze Zeit wie ein Spiegeluniversum-Charakter, Saru ist böse auf Burnham - nichts davon macht Spaß, die ganze Zeit herrscht nur der krampfhafte Versuch vor, "ernst" und "düster" zu sein, ohne zu wissen, wie das geht.

                        Auch der "Look" der Serie, der gern positiv erwähnt wird, ist für mich kein Pluspunkt. Ja, es gibt Special Effects, die leidlich zeitgemäß sind. Aus. Das Schiff ist völlig nichtssagend designed - außen drehen sich irgendwelche Decks sinnlos im Kreis, weils halt spacig ausschaut, innen ists die ganze Zeit finster wie in einem U-Boot, blaues Licht, Lensflare, viel blinkende moderne Konsolen - aber da ist nichts, was irgendwie hängenbleibt. Die Brücke der Enterprise-D kann man aus dem Gedächtnis zeichnen, wenn man zwei Folgen gesehen hat. Deep Space Nine ditto. Die Discovery ...? Da ist nichts, was irgendwie Charakter hat.

                        Die Serie ist nur zu retten, wenn man das Autorenteam komplett austauscht. Das aktuelle hat bewiesen, dass es unfähig ist. So zerstört man Star Trek.

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                          #13
                          Ich möchte hier gerne ein Review von dem Youtube Channel Trekspertise vorstellen, dass ein Fazit der 1. Staffel von Discovery gemacht hat. Es behandelt noch einmal die wichtigsten Plotelemente und zeigt sowohl die Stärken als auch die Schwächen der 1. Staffel sehr gut auf. Ich stimme diesen Review zum überwiegenden Teil zu und teile auch die Hoffnungen für die 2. Staffel. Vor allen Dingen was die Enterprise betrifft.

                          Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (chinesisches Sprichwort)
                          Die Menschen sind sehr offen für neue Dinge - solange sie nur genau den alten gleichen. (Charles Kettering 1876-1958)
                          [...]dem harten Kern der Science-Fiction-Fans, leidenschaftlich, leicht erregbar, meist männlich, oft besserwisserisch, penibel, streng und ebenso gnadenlos im Urteil wie im Vorurteil.[...] Quelle SPON

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                            #14
                            Nachdem ich aus Zeit- und Unlustgründen (okay, hauptsächlich aus Unlustgründen) in den Episodenthreads nur mal zu Beginn etwas reingeschrieben habe, wollte ich hier doch mal ein Fazit hinterlassen. Dann habe ich aber gemerkt: Dafür müsste ich mir gerade die früheren Folgen noch einmal genauer anschauen. Dann habe ich aber gemerkt: Darauf habe ich eigentlich gar nicht so viel Lust. Schuld daran sind solche Sachen wie die Auflösung mit Lorca. Ja, sie war sogar gar nicht so schlecht vorbereitet, aber von allen möglichen Spekulationen und Ideen war die tatsächliche Auflösung nun einmal... die langweiligste. Empfand ich Lorca zu Beginn als den wohl interessantesten Charakter - ein Hardliner der Föderation, der im Krieg nun plötzlich aufblüht -, wurde er zu der wohl langweiligsten Figur überhaupt: ein bartzwirbelnder Bösewicht ohne Bart. Immer dann, wenn eine Ausgangssituation die Möglichkeit für etwas Geniales hergab - die Discovery auf einem Flug zwischen mehreren Paralleluniversen; clevere Ideen, weshalb es den Sporenantrieb später nicht mehr gibt; eine gute Fortsetzung von "In a mirror, darkly" mit der Defiant; ein von langer Hand vorbereiteter Plan T'Rells -, entschied man sich stattdessen für eine Möglichkeit, die ja nicht immer total bescheuert war, aber am Ende des Tages nun einmal stets sehr halbgar. Natürlich passiert es bei jeder Serie, bei der man mitspekuliert, immer mal wieder, dass man seine eigene Theorie sogar noch besser fand als das, was sich die Autoren dann gedacht haben, aber bei DSC ist mir das doch auffällig häufig passiert. Und während ich mir bei den allemeisten dieser Fälle ansonsten dann doch einreden kann, dass bei allem Ego, das ich besitze, die Autorenlösung doch nicht wesentlich schlechter ist als meine eigene, funktioniert das bei DSC doch irgendwie kaum.

                            Die 2. Staffel schaue ich mir aber dennoch an. Warum? Weil mir der grundsätzliche Stil der Serie durchaus gefällt. Es ist mal etwas mehr Leben in der Bude, auch an die Charaktere konnte ich mich recht schnell gewöhnen (und man musste ja manchmal schnell sein). Wie die Discovery sich von Station zu Station hangelt, am Ende immer wieder vom Regen in die Traufe kommt, war schon ganz spaßig zu beobachten. Es wirkt einfach nur so, als hätte ein Autor, dessen Erzählstil man zu schätzen weiß, sich halt am Ende in seiner Erzählung verrannt. Jetzt, für die 2. Staffel, muss einfach nur das klar umrissene "Wie" der Erzählung um ein etwas sorgfältiger ausgewähltes "Was" ergänzt werden. Japp, da steht "nur"... so "nur" ist das aber halt leider nicht, das stimmt.

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                              #15
                              Zitat von garakvsneelix Beitrag anzeigen
                              Nachdem ich aus Zeit- und Unlustgründen (okay, hauptsächlich aus Unlustgründen) in den Episodenthreads nur mal zu Beginn etwas reingeschrieben habe, wollte ich hier doch mal ein Fazit hinterlassen. Dann habe ich aber gemerkt: Dafür müsste ich mir gerade die früheren Folgen noch einmal genauer anschauen. Dann habe ich aber gemerkt: Darauf habe ich eigentlich gar nicht so viel Lust. Schuld daran sind solche Sachen wie die Auflösung mit Lorca. Ja, sie war sogar gar nicht so schlecht vorbereitet, aber von allen möglichen Spekulationen und Ideen war die tatsächliche Auflösung nun einmal... die langweiligste. Empfand ich Lorca zu Beginn als den wohl interessantesten Charakter - ein Hardliner der Föderation, der im Krieg nun plötzlich aufblüht -, wurde er zu der wohl langweiligsten Figur überhaupt: ein bartzwirbelnder Bösewicht ohne Bart. Immer dann, wenn eine Ausgangssituation die Möglichkeit für etwas Geniales hergab - die Discovery auf einem Flug zwischen mehreren Paralleluniversen; clevere Ideen, weshalb es den Sporenantrieb später nicht mehr gibt; eine gute Fortsetzung von "In a mirror, darkly" mit der Defiant; ein von langer Hand vorbereiteter Plan T'Rells -, entschied man sich stattdessen für eine Möglichkeit, die ja nicht immer total bescheuert war, aber am Ende des Tages nun einmal stets sehr halbgar. Natürlich passiert es bei jeder Serie, bei der man mitspekuliert, immer mal wieder, dass man seine eigene Theorie sogar noch besser fand als das, was sich die Autoren dann gedacht haben, aber bei DSC ist mir das doch auffällig häufig passiert. Und während ich mir bei den allemeisten dieser Fälle ansonsten dann doch einreden kann, dass bei allem Ego, das ich besitze, die Autorenlösung doch nicht wesentlich schlechter ist als meine eigene, funktioniert das bei DSC doch irgendwie kaum.

                              Die 2. Staffel schaue ich mir aber dennoch an. Warum? Weil mir der grundsätzliche Stil der Serie durchaus gefällt. Es ist mal etwas mehr Leben in der Bude, auch an die Charaktere konnte ich mich recht schnell gewöhnen (und man musste ja manchmal schnell sein). Wie die Discovery sich von Station zu Station hangelt, am Ende immer wieder vom Regen in die Traufe kommt, war schon ganz spaßig zu beobachten. Es wirkt einfach nur so, als hätte ein Autor, dessen Erzählstil man zu schätzen weiß, sich halt am Ende in seiner Erzählung verrannt. Jetzt, für die 2. Staffel, muss einfach nur das klar umrissene "Wie" der Erzählung um ein etwas sorgfältiger ausgewähltes "Was" ergänzt werden. Japp, da steht "nur"... so "nur" ist das aber halt leider nicht, das stimmt.
                              Gerade ein ehrliches Making of (wie bei den HdR-SEE oder auch der TNG-BR-Komplett-Box) wäre hier interessant, wie viel davon eben noch Fuller Altlasten waren, womit Goldman und Berg dann eher wenig anfangen konnten. Gerade Fullers Konzept interessiert mich - ähnlich der ST das von GL oder JJA - aktuell sehr.

                              DSC hatte eine extrem holprige Entwicklungsphase (Showrunner-Wechsel, die ganzen Verspätungen). Auch dürfte CBS sich recht viel eingemischt haben (mit irgend jemand muss Fuller ja seine kreative Differenzen gehabt haben). Hoffe, dass man bei Staffel 2 aus den Fehlern von 1 lernt.

                              Dieser Kampf zwischen Studio und den Kreativen bei Franchisen scheint gerade ein weitverbreitetes Problem in Hollywood zu sein. Siehe Disney und Star Wars, Warner Brothers und das DCEU und auch CBS und Star Trek.

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