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Suizid (Selbstmord)

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    #46
    Sicher gibt es Situationen in denen das zutrifft, aber wenn sich Groupies nur umbringen, weil sich z.B.: Take That auflöst frage ich mich schon wie gestört muß man sein um sich wegen irgendeiner Band umzubringen???? Meine Oma ist auch durch die Hölle gegangen: 2. Weltkrieg, Mann im Krieg verloren, 8 jährigen Sohn getötet, aber hat sie sich das Leben genommen?? Nein!! Ich muß sagen ich bewundere sie dafür wie stark sie war!!!

    Ich glaube unsere Gesellschaft ist so irrational geworden, dass sie lieber den Tod wählt als die Konsequenzen zu tragen!! Letztens gelesen: 17 jähriger Schüler wollte sich das Leben nehmen: Begründung "Hab keinen Bock darauf erwachsen zu werden" Man wirft sein Leben nicht einfach weg!!! Denk nur an die ganzen Krebskranken, die sind sterbenskrank und wollen Leben!! Und die Gesunden wollen sterben!! Absurd!!!

    Und dann noch so Schlagzeilen: Selbstmörder fährt falsch auf die Autobahn auf und rasst einer Familie direkt ins Auto!! Alle Insassen tod!! Hat man nicht nur einmal gehört dass ein Selbstmörder unschuldige mitnimmt.

    Und das beste ist die meisten haben Psyeudoprobleme!! Freundin verlassen, Jugendängste usw... Nein tut mir leid es ist ganz einfach feig!!!!
    <<I brought back a little surprise for the Dominion.>> (Benjamin Sisko)

    Die Erde ist das einzige Irrenhaus, das von seinen Insassen verwaltet wird.
    (René Wehle)

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      #47


      wie einsam muß jemand sein, wenn er/sie all ihre Hoffnungen, ihre Träume auf eine Boy Group, Girls Group , auf das Auto etc., hängt, ??????????????????

      ich denke Selbstmord ist immer ein Schrei; die falsche Methode keine Frage, aber ein Schrei,..
      ((((unabhängig von krankheitsbedingter Depression, die hätt ich gerne draußen aus der Diskussion, weil ich mir denk, da verstehen wir alle miteinander ein bisschen zu wenig))))

      auch ich denk mir manchmal: "Wieso muß da einer in ein Auto rasen, kann er sich nicht den Baum aussuchen?" - doch genau solche logischen Argumente haben diese Personen in dem Moment der Handlung nicht, - sonst würden sie ja nicht tun, was sie tun.




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        #48
        Da hast du recht. Depressionen können nur Menschen verstehen, die das miterlebt haben. Mein Mann kann da schon nicht mehr richtig mitreden. Dafür ich. Es gibt übrigens auch eine körperliche Veranlagung zur Depression. Das müssen keine seelischen Tiefschläge sein.
        Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
        Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

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          #49


          Hallo, hab diesen Thread gerade entdeckt. Ich habe bislang 3 Selbstmorde mitbekommen. 2 waren offensichtich psychischer Natur.
          Hier steht ja viel und oft was von Feigheit und Flucht und von "sich in den Mittelpunkt" stellen. Ich finde, damit macht man es sich etwas einfach, zumal ich nicht glaube, ein alle Fälle umfassendes allgemeines gerechtes Urteil fällen zu können.
          Bei dem dritten Selbstmord, den ich erlebt habe, es sind jetzt genau 7 Jahre her, erzählt man sich auch sowas. Stefan, ein Freund, hat sich auf einem Feldweg in seinem Diesel im Kohlenmonoxid vergiftet. Und auf seinem Dorf erzählt man sich wohl, er habe den väterlichen Hof nicht übernehmen wollen. Das entspricht natürlich nicht ganz der Wahrheit.
          Die Wahrheit ist die, dass der unglückselige dazu entschlossen hatte, auf einem katholischen Dorf in Südoldenburg sein Schwulsein zuzugeben, was widerum, zumindest von Seiten seiner Mitschüler zu einer Hetzjagd mit Morddrohungen und Autoschmiereien geführt hat (grob zusammengefasst). Diesem psychischen Druck, sei er nun teilweise auch eingebildet gewesen, konnte Stefan offensichtlich nicht mehr aushalten. Verschärfend kam hinzu, dass seine Eltern ihm als Schwulen den Hof nicht mehr geben wollten.
          Die waren auch alle da auf seiner Beerdigung, in ihren Schützenfestuniformen. Ich hab mich mit seinen Eltern noch mal lange unterhalten und mich mit ihrer Sicht auseinandergesetzt.
          Amasov hat ganz recht - es sind die fröhlichen Lächler, die sich das Leben nehmen, nicht die Schwätzer. Er war ansonsten immer fröhlich gewesen und trug immer eine "Maske".
          Und für rationale Überlegungen ist wohl vor dem Selbstmord kein Platz mehr. Ich hatte ihm Hilfe angeboten, aber er nahm sie nicht. Ich hab ihn wenige Stunden vor seinem Tod das letzte Mal gesehen und ich hatte den Eindruck, dass irgendwas nicht stimmte, denn das fröhliche Lachen war verschwunden.
          Seine Mutter musste in eine psychiatrische Klinik und seinen Vater traf ich nochmal nach Jahren am Grab. Das ganze war eine höchst bittere Erfahrung, besonders die Beerdigung, während der ich das Dorf in einer völlig toten sterilen Härte wahrnahm mit den hübschen, frisch gemachten Bürgersteigen und dem netten, idyllischen Schein, in den man sich einfügen hat wie in ein Borgkollektiv oder die Konsequenzen ziehen muss.

          gruß, endar
          Republicans hate ducklings!

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            #50
            Ich denke auch, dass es falsch ist, bei diesem Thema kategorisch zu sagen, dass Sebstmord feige sei.

            Schwierig: ich persönlich möchte momentan behaupten, dass ich es nie tun würde, weil die Zurückbleibenden extrem drunter leiden und ich auch der Meinung bin, dass es irgendwo eine Lösung gibt (endar: auch Dein Freund hätte eine Lösung finden können). Nur ist es oft so, dass die Leut eben das nicht erkennen (können). In meiner Bekanntschaft haben sich einige Leute umgebracht, mindestens zwei davon waren extrem psychisch gestört und das Einzige, was ihnen geholfen hätte, wäre völlige Stillegung durch Medikamente gewesen. Und es ist die frage, ob das wirklich irgendwem geholfen hätte.

            Und zum Thema "was ist wirklich ein ernstzunehmendes Problem?": genau das ist für jemanden, den es nicht betrifft, kaum nachzuvollziehen. Es mag einem als das Leichteste der Welt zu erscheinen, z.B. das heimatliche Dorf zu verlassen, wenn das LEben dort unerträglich wurde. Aber so einfach ist es eben oft für die Betroffenen nicht.

            Unterm Strich: meiner Meinung nach sollte es jedem selbst überlassen bleiben, ob, wie und wann er seinem Leben ein Ende setzt oder wartet, bis Mutter Natur das für einen besorgt. Ich kann es verstehen, wenn sich jemand umbringt. Aber ich kann es absolut nicht akzeptieren...

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              #51
              Ich kann es verstehen, wenn sich jemand umbringt. Aber ich kann es absolut nicht akzeptieren...

              wenn du es verstehen würdest, könntest du es auch akzeptieren...

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                #52
                buba, so einfach ist es nicht.

                verstehen: ich kann intellektuell nachvollziehen und verstehen, dass jemand vor Verzweiflung nicht weiter weiß und diesen letzten Schritt tut. Ich verstehe, dass die Verzweiflung einen übermannen kann. Ich verstehe Selbstmord.

                Aber ich konnte bei all denen aus meinem Bekanntenkreis nicht akzeptieren, dass sie diesen Weg gegangen sind. Ich habe mit ihnen gehadert, ich war extrem zornig auf sie und habe mich extrem verarscht gefühlt. Schließlich ließ ich sie "gehen", aber das war kein Akzeptieren ihrer Entscheidung, sondern nur ein Nachgeben vor der Machtlosigkeit, etwas ändern zu können. Mit der Zeit konnte ich wieder ohne Groll an sie denken.

                Ich weiß, dass sich das schizophren und sehr egoistisch anhört...

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                  #53
                  Ich finde nicht daß es egoistisch ist.

                  Im Gegenteil - es muß nicht leicht gewesen sein von einen Selbstmord zu wissen und dann machtlos dagegen zu sein.
                  In meinen Leben gab es nur einen Fall von Selbstmord wo ich den betreffenden gekannt habe - zwar nur flüchtig, aber doch.
                  Im Nachhinein waren wir alle betroffen (es war der Sohn meines Chefs) und ich dachte daran was ich machen hätte können wenn ich vorher davon gewusst hätte.

                  Ich glaube wirklich hindern - im Sinne von Zwingen - kann man es nur wenn man den Betreffenden vom Gegenteil überzeugen kann. Ist das nicht möglich so ist man in der Tat machtlos....

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                    #54
                    Originalnachricht erstellt von Khan
                    Ich glaube wirklich hindern - im Sinne von Zwingen - kann man es nur wenn man den Betreffenden vom Gegenteil überzeugen kann. Ist das nicht möglich so ist man in der Tat machtlos...

                    Now that is egoistical!
                    Es ist so egoistisch jemanden mit allen Mitteln daran hindern zu versuchen!

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                      #55
                      Uii - da hab ich mich wohl in meiner Satzstellung etwas verfangen...

                      Ich meinte das insofern daß, wenn man den Betreffenden nicht mit Argumenten überzeugen kann, ein Zwingen sinnlos ist. Und dadurch ist man im Endeffekt machtlos.

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                        #56
                        Selbstmord ist immer etwas sehr persönliches. Daher kann sich niemand wirklich in einen Selbstmörder hineinversetzen. Höchstens Versuchsweise. Und auch nur so fast. Man kann auch nicht von Feigheit sprechen. Ich bin heute froh, dass ich FEIGE genug war, es nicht zu tun. Also, zu feige, es zu tun. Sch****formulierung.
                        Ich habe es satt, die Menschen zu durchschauen. Es ist so leicht, und es führt zu nichts. Elias Canetti
                        Take it easy, but take it. Nothing Comes to you, when you waite to long.

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                          #57
                          Originalnachricht erstellt von Chell
                          buba, so einfach ist es nicht.

                          verstehen: ich kann intellektuell nachvollziehen und verstehen, dass jemand vor Verzweiflung nicht weiter weiß und diesen letzten Schritt tut. Ich verstehe, dass die Verzweiflung einen übermannen kann. Ich verstehe Selbstmord.

                          Aber ich konnte bei all denen aus meinem Bekanntenkreis nicht akzeptieren, dass sie diesen Weg gegangen sind. Ich habe mit ihnen gehadert, ich war extrem zornig auf sie und habe mich extrem verarscht gefühlt. Schließlich ließ ich sie "gehen", aber das war kein Akzeptieren ihrer Entscheidung, sondern nur ein Nachgeben vor der Machtlosigkeit, etwas ändern zu können. Mit der Zeit konnte ich wieder ohne Groll an sie denken.

                          Ich weiß, dass sich das schizophren und sehr egoistisch anhört...

                          zwischen verstehen und akzeptieren ist tatsächlcih ein Unterschied.
                          verstehen -ich verstehe intellektuell die Gründe warum jemand nicht mehr weiter weiß oder weiter wissen will, und sich deswegen umbringt
                          akzeptieren heißt: annehmen, hinnehmen, - schlussendlich damit einverstanden sein

                          Da Logik zwar die Ethik des Denkens ist, aber niemals eine Philosophie sein kann, auch nicht die Entscheidung abnimmt für welche Grundoptionen man sich entscheidet, heißt "verstehen" absolut nicht "akzeptieren".

                          Zu den Effekten des Verlustes - auf Terra Trauer genannt - gehören auch die extrem schwierigen Emotionen wie Wut, Zorn, auch das Empfinden von Ohnmacht - "ohne Macht sein " und mit diesen muß man Leben lernen, - mit hoher Wahrscheinlichkeit jedeR Humanoide, egal welcher Species/RasseVolk er/sie angehört.
                          lebt lange und in Frieden
                          t´bel

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                            #58
                            t'bel, danke für Deine Erklärungen, ich krieg sowas leider nicht immer so wunderschön auf den Punkt wie Du! Beruhigend, dass jemand nachvollziehen kann, wie es mir ging/geht!

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                              #59
                              Originalnachricht erstellt von Chell
                              t'bel, danke für Deine Erklärungen, ich krieg sowas leider nicht immer so wunderschön auf den Punkt wie Du! Beruhigend, dass jemand nachvollziehen kann, wie es mir ging/geht!

                              mene sakkhet ur-seveh, chell
                              nemaiyo (Danke)

                              ich nehme viele Worte "wortwörtlich"
                              das erleichtert manchmal Erklärungen
                              und VulkanierInnen verstehen Emotionen, - oftmals
                              t´bel

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                                #60
                                kollektiver Fazit:

                                Selbstmord ist nie gut.
                                Die Gründe liegen oft in der Psyche und es ist oft sehr schwer sich in die betreffende Person hineinzuversetzen.

                                Es ist zweifellos das Recht jedes Menschen von dieser Welt zu gehen wann immer er will. Selbstmord wird jedoch viel zu oft deshalb praktiziert weil man Auswege nicht sieht oder diese nicht wahrhaben will.
                                Es ist fraglich ob man Selbstmord verhindern soll bzw. ob man es überhaupt kann - vorrausgesetzt die Möglichkeit besteht.

                                Hab ich was vergessen?

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