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Gender-sensible Schreibweise - überflüssig oder sinnvoll?

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  • Dessler
    antwortet
    Schon, aber lassen sich diese Diskriminierungen nicht letzten Endes auf eine Armutsdiskriminierung zurückführen? Feministinnen beklagen sich (gerechtfertigt), dass Frauen auf gleichen Posten schlechter bezahlt werden als Männer und dass sie von hochdotierten Posten ferngehalten werden, steigen dann aber in einen Nebenkriegsschauplatz ein und versteifen sich darauf, die Sprache sei schuld, die bei einem Wort wie "Aufsichtsratsvorsitzender" das Bild eines Mannes evoziere, statt ihr eigentliches Problem dahinter anzusprechen. Auch beim Rassismus scheint das Opfer gewöhnlich doch weniger der österreichische Abteilungsleiter oder der südkoreanische Postdoc zu sein als der Wirtschaftsflüchtling aus der Dritten Welt, möglichst mit Kopftuch als selbstgefertigtem Stigma.

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  • Tibo
    antwortet
    Zitat von Dessler Beitrag anzeigen
    Dem hält der Philosoph Slavoj Žižek entgegen, dass es sich bei den Gender- wie auch den Rassismusdebatten um bezahlte Stellvertreterkriege handele, die uns an der Debatte darüber hindern sollen, dass die eigentliche Diskriminierung nicht Mann gegen Frau sei und auch nicht Schaum- gegen Negerküsse, sondern Reich gegen Arm.
    Und das ist natürlich nicht ganz richtig, denn es werden Menschen rassistisch und sexistisch diskrimniert. Das ist nicht schöner und nicht besser als Diskriminierung wegen und durch Armut.
    Diese ist allerdings oft gewünscht und Resultat unseres Systems.

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    Zitat von Dessler Beitrag anzeigen
    Worauf die wahre Apostelin Alicu die Antwort parat hat, dass selbstverständlich die herrschende Klasse nie an einer Änderung interessiert sei.
    Und damit hat die BILD-Journalistin nicht Unrecht.

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  • Dessler
    antwortet
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Ich würde mir jetzt einfach mal wünschen, daß die Gesamtheit von Ergänzungsspielern im männlichen Mannschaftssport Reporter vor laufender Kamera anscheißt, wenn sie als "die Alternative" auf ihrer angestammten Position bezeichnet werden und sich gendermäßig diskriminiert fühlen. Aber das ist denen wahrscheinlich selbst zu blöd
    Worauf die wahre Apostelin Alicu die Antwort parat hat, dass selbstverständlich die herrschende Klasse nie an einer Änderung interessiert sei.

    Dem hält der Philosoph Slavoj Žižek entgegen, dass es sich bei den Gender- wie auch den Rassismusdebatten um bezahlte Stellvertreterkriege handele, die uns an der Debatte darüber hindern sollen, dass die eigentliche Diskriminierung nicht Mann gegen Frau sei und auch nicht Schaum- gegen Negerküsse, sondern Reich gegen Arm.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
    Das Problem ist: Wenn ich beim nächsten Schultheater mit den Jungs die Schauspieler schminke und die Koleginnen mit den Mädels die Schüle schleppen, haben wir wohl nur 5 sitzplätze und irreperabel beschmutzte Klassenräume und Kindergesichter.
    Sonst hätte ich schon längst gesagt, dass es antisemetisch ist, wenn ich den Exodus der Stühle in die Turnhalle leiten soll.

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    Wir hatten unsere Gemeinschaftskundetutorin dazu gebracht uns als Stück Kursgut anzusprechen. Das fanden die beiden Mädels aber auch nicht schön.
    Das sollte doch wohl die Lösung sein. Es geht ja nicht darum, daß es schön ist, sondern darum, daß niemand diskriminiert wird. Und es ist wunderbar einheitlich zu anderen Regelungen; so sind Rollstuhlfahrer zB, wenn sie im Rollstuhl per Transporter bewegt werden, Stückgut. Der Fahrer eines solchen Transports benötigt keinen Personenbeförderungsschein.

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  • Tibo
    antwortet
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Dann hast du genau das gemacht, was Frauenrechtlerinnen ihren Geschlechtsgenossinnen seit den 70ern indoktrinieren: dich in deine Rolle gefügt, und das ist falsch, denn das fördert deine Unterdrückung
    Das Problem ist: Wenn ich beim nächsten Schultheater mit den Jungs die Schauspieler schminke und die Koleginnen mit den Mädels die Schüle schleppen, haben wir wohl nur 5 sitzplätze und irreperabel beschmutzte Klassenräume und Kindergesichter.
    Sonst hätte ich schon längst gesagt, dass es antisemetisch ist, wenn ich den Exodus der Stühle in die Turnhalle leiten soll.

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    Zitat von newman Beitrag anzeigen
    Lehrpersonal ist aber noch viel zu menschlich. Da könnte man ja auf falsche Gedanken kommen.
    Drum ist der wirklich richtige Begriff der des "Lehrkörpers".
    Wir hatten unsere Gemeinschaftskundetutorin dazu gebracht uns als Stück Kursgut anzusprechen. Das fanden die beiden Mädels aber auch nicht schön.

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  • newman
    antwortet
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Die Person ist aber weiblich, das finde ich diskriminierend Sammelbegriff "das Lehrpersonal", Einzelanrede "Sehr geehrtes Einzelteil der Gruppe Lehrpersonal". Vielleicht geht's ja damit
    Lehrpersonal ist aber doch viel zu menschlich.
    "Lehrkörper" ist da viel sach-licher, sozusagen ein Ding das lehrt.
    Und aus Unternehmenssicht sind wir alle eh nur Humankapital, also sozusagen organische Maschinen. Und wer würde bei Maschinen nach dem Geschlecht unterscheiden.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
    Du hast kein Recht dich als Mann diskriminiert zu fühlen. Ich hab mir seit dem Studium ständig Klischees meines Geschlechts wegen angehört. Ich muss bei Feiern an der Schule immer aufbauen helfen. Man stelle sich mal vor ein Rektor würde mit dem Verweis auf das Geschlecht die einzige Lehrerin bitten nach der Feier beim Putzen zu helfen. Das geht gar nicht. Aber ich soll Stühle und Tische schleppen, weil ich ein Mann bin.
    Dann hast du genau das gemacht, was Frauenrechtlerinnen ihren Geschlechtsgenossinnen seit den 70ern indoktrinieren: dich in deine Rolle gefügt, und das ist falsch, denn das fördert deine Unterdrückung

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  • Tibo
    antwortet
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Die Person ist aber weiblich, das finde ich diskriminierend Sammelbegriff "das Lehrpersonal", Einzelanrede "Sehr geehrtes Einzelteil der Gruppe Lehrpersonal". Vielleicht geht's ja damit
    Du hast kein Recht dich als Mann diskriminiert zu fühlen. Ich hab mir seit dem Studium ständig Klischees meines Geschlechts wegen angehört. Ich muss bei Feiern an der Schule immer aufbauen helfen. Man stelle sich mal vor ein Rektor würde mit dem Verweis auf das Geschlecht die einzige Lehrerin bitten nach der Feier beim Putzen zu helfen. Das geht gar nicht. Aber ich soll Stühle und Tische schleppen, weil ich ein Mann bin.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
    Normalerweise wird deshalb auf "Person" zurückgegriffen. Lehrkörper war ja auch maskulin, deshalb heißt das jetzt Lehrperson.
    Die Person ist aber weiblich, das finde ich diskriminierend Sammelbegriff "das Lehrpersonal", Einzelanrede "Sehr geehrtes Einzelteil der Gruppe Lehrpersonal". Vielleicht geht's ja damit

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  • Tibo
    antwortet
    Zitat von Dessler Beitrag anzeigen
    Da wird garantiert jefraud daherkommen und fordern, dass "der (Mit)Mensch" künftig durch "das Mensch" ersetzt wird ...
    Normalerweise wird deshalb auf "Person" zurückgegriffen. Lehrkörper war ja auch maskulin, deshalb heißt das jetzt Lehrperson.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Zitat von Dessler Beitrag anzeigen
    Da wird garantiert jefraud daherkommen und fordern, dass "der (Mit)Mensch" künftig durch "das Mensch" ersetzt wird ...
    Äh... touché ? Fällt mir gerade nix anderes zu ein, denn nachdem ich deinen Einwand gelesen habe - mußte ich einsehen, daß das tatsächlich der wahrscheinlichste Fall von Reaktion darauf wäre.

    Ich würde mir jetzt einfach mal wünschen, daß die Gesamtheit von Ergänzungsspielern im männlichen Mannschaftssport Reporter vor laufender Kamera anscheißt, wenn sie als "die Alternative" auf ihrer angestammten Position bezeichnet werden und sich gendermäßig diskriminiert fühlen. Aber das ist denen wahrscheinlich selbst zu blöd

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  • Dessler
    antwortet
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Wie wär's in der Anrede generell mit "Liebe Mitmenschen"
    Da wird garantiert jefraud daherkommen und fordern, dass "der (Mit)Mensch" künftig durch "das Mensch" ersetzt wird ...

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  • prince
    antwortet
    Zitat von Elemmir Beitrag anzeigen
    Biologie und das, was im Leben passiert (inklusive Kultur, Sozialisation und individuellen Erfahrungen) beeinflussen sich also gegenseitig, von daher ist es sinnlos sich auf eine „Bei der Geburt ist es entweder ein Mann oder eine Frau, und damit basta!“ – Einstellung zurückzuziehen.
    Ja, genau, ein sehr beliebtes "Argument" der Genderisten, es gibt weder Mann noch Frau.
    Das ist so hirnverbrannt das man dagegen wirklich nicht mehr vernünftig anargumentieren kann.
    Aus Interesse habe ich unter meinen Kolleginnen einen nicht repräsentative Umfrage durchgeführt ob sie sich durch Formulierungen in der normalen deutsche Schreibweise irgendwie diskriminiert fühlen würden.
    Die Antworten fielen eindeutig aus, natürlich nicht.
    Und es reicht Ihnen völlig aus zum Beispiel als "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" angesprochen zu werden.
    Liegt wohl auch daran dass es sich um Frauen handelt die im Leben schon etwas geleistet haben, sich durchsetzen können und nicht in irgendwelchen universitären geschützten Biotopen sozialisiert wurden.
    Meine Meinung zu diesen "WissenschaftlerInnen", das sind Leute die im Leben nichts gebacken bekommen und dann die Schuld krampfhaft woanders suchen, beim System, bei den Männern, bloß nicht bei sich selbst.
    Das Leben ist nun mal kein Ponyhof.

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  • Elemmir
    antwortet
    Zitat von DnuhD2 Beitrag anzeigen
    Du kannst Biologie und Verhalten in diesem Punkt nicht trennen, denn darum geht es ja. Hier steht nicht die Frage im Raum, wer ist das Bienchen und wer ist das Blümchen, sondern welches geschlechtsspezifische Verhalten ist biologisch, also von vorneherein anentwickelt und welches Verhalten ist lediglich anerzogen aufgrund der Kultur in der ein Individuum lebt. [...]
    Der biologistische Denkfehler besteht aber darin, die Biologie sowohl als unveränderbar als auch als "ursprünglich" (in dem Sinne, das Biologie das Verhalten beeinflusst, aber nicht umgekehrt) zu deuten. Das ist aber wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Ein gutes Beispiel sind die immer wieder gerne zitierten Unterschiede in Struktur und Funktion des menschlichen Gehirns, in diesem Thema zum Beispiel zitiert von Liopleurodon.

    So wissen wir mittlerweile eben, dass unser Verhalten und unsere Erfahrungen im Leben das Gehirn durchaus substantiell verändern können. Am besten erforschtes Beispiel dürfte die Psychotherapie sein, in deren Verlauf und Folge eben sowohl strukturelle als auch funktionale Veränderungen im Gehirn gefunden wurden. Die Biologie wird also durch das individuelle Leben durchaus beeinflusst und ist mitnichten unveränderlich feststehend. Dies setzt sich natürlich bis hin zur Genetik und Epigenetik fort, und wird dann unter Umständen auch genetisch / hormonell aber auch durch elterliche Rollenmodelle wieder weitergegeben. Was also reine Biologie ist, ist nicht einmal mehr feststellbar, denn an welchen Punkt der menschlichen Entwicklung wollte man zurückgehen und sagen "Hier haben wir die ursprüngliche Biologie der Geschlechter, die nicht durch Lebensereignisse beeinflusst wurde"?

    Biologie und das, was im Leben passiert (inklusive Kultur, Sozialisation und individuellen Erfahrungen) beeinflussen sich also gegenseitig, von daher ist es sinnlos sich auf eine „Bei der Geburt ist es entweder ein Mann oder eine Frau, und damit basta!“ – Einstellung zurückzuziehen. Klar gibt es immer biologische Unterschiede, aber zumindest die Parameter, die wesentlich unser Verhalten und Empfinden beeinflussen, wurden eben durch die Lebenserfahrung von x Vorgängergenerationen mitgeprägt, sind häufig (insbesondere in der Neurobiologie) zwischen zwei beliebigen Menschen unabhängig vom Geschlecht größer als zwischen Durchschnittsmann und Durchschnittsfrau und können sich noch dazu im Verlauf des eigenen Lebens wieder substantiell ändern.

    Biologie ist also erst mal vor allem eine Disposition. Oder, um eine häufig gebrauchte Metapher in diesem Zusammenhang zu bemühen: „Die Biologie bestimmt die Häufigkeit bestimmter Lose in der Lostrommel, aber das Leben führt die Ziehung durch“. Insofern ist es dann schon interessant sich anzuschauen, wie diese Ziehung eigentlich durchgeführt wird, und ob es da systematische Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, die eventuell sogar systematische Benachteiligungen mit sich bringen.

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  • Feldanalyse
    antwortet
    Dann sind aber noch lange nicht 90% der Gender-Wissenschaftler Biologie-Idioten. Ich muss das Fach im Zuge meines Studiums selbst belegen, und es gefällt mir ehrlich gesagt gar nicht, aber deswegen sind das nicht alles Ignoranten.

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