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Die Piratenpartei

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    Am interessantesten finde ich den hier:

    Berauscht von der eigenen Bedeutung scheinen die Piraten vergessen zu haben, wo sie eigentlich herkommen und wofür sie gewählt wurden.
    Die Kritik der SZ wird an der Stelle dann doch etwas sonderbar: glauben die Redakteure ernsthaft, die 9% kämen durch "Raubkopien für alle!" ?

    Glaubt das überhaupt irgendjemand?..


    Gut, dass der Name "Piraten" irgendwie nicht mehr passt, da stimme ich zu. Aber welcher Name wäre passender?

    TFG (Twitter Facebook Google) ?

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      Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
      Ich habe mich die ganze Zeit schon gefragt, warum in dem ganzen Ballyhoo um die Piraten alles, aber nur nicht Urheberrechtsdebatte zur Sprache kommt.

      Ganz einfach! Urherberrecht ist Bundesrecht. Die Piraten sind jetzt aber in ein Landesparlament gewählt worden. Dadurch hat man jetzt zwar größere Aufmerksamkeit, aber trotzdem keinen Effekt auf die Bundespolitik. Die Partei tut gut daran sich in Berlin erstmal darauf zu konzentrieren die Grundzüge der Politik zu "erlernen" und gute Arbeit abzuliefern. Alles Andere kommt schon noch.
      "Der Deutsche hat an und für sich eine starke Neigung zur Unzufriedenheit. Ich weiß nicht, wer von uns einen zufriedenen Landsmann kennt." - Otto von Bismarck

      "Uns, dem deutschen Volke, sind die großen Ideale zu dauernden Gütern geworden, während sie anderen Völkern mehr oder weniger verloren gegangen sind. Es bleibt nur das deutsche Volk übrig, das an erster Stelle berufen ist, diese großen Ideen zu hüten, zu pflegen, fortzusetzen." - Kaiser Wilhelm II.

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        Zitat von Fiesel Beitrag anzeigen
        Die Kritik der SZ wird an der Stelle dann doch etwas sonderbar: glauben die Redakteure ernsthaft, die 9% kämen durch "Raubkopien für alle!" ?

        Glaubt das überhaupt irgendjemand?..
        Ich nehme an, von den 9 Prozent wissen 90 Prozent wenig bis nichts darüber, was die Piraten mit dem Urheberrecht zu tun haben, oder damit vorhaben.

        Zitat von d12 Beitrag anzeigen
        Ganz einfach! Urherberrecht ist Bundesrecht. Die Piraten sind jetzt aber in ein Landesparlament gewählt worden. Dadurch hat man jetzt zwar größere Aufmerksamkeit, aber trotzdem keinen Effekt auf die Bundespolitik.
        Wohl kaum. Die Piraten wurden den Medien vom Euro-Rettungsschirm bis zur Bundessteuergesetzgebung über alles befragt. Nur vom Urheberrecht war in der ganzen Diskussion nicht die Rede.

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          Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
          Wohl kaum. Die Piraten wurden den Medien vom Euro-Rettungsschirm bis zur Bundessteuergesetzgebung über alles befragt. Nur vom Urheberrecht war in der ganzen Diskussion nicht die Rede.
          Dann sollte man die Journalisten mal auf eine Fortbildung schicken.
          Ist schon nervig, wenn man eine Partei (die man sonst immer als Einthemenpartei bezeichnete) zu so ziemlich allem befrägt und über jeden Schiss berichtet, nur nicht über ihre eigentlichen Kernthemen bzw. zu diesem einen Thema, das sie anscheinend ausschließlich besitzen. Auf den Homepages der Piraten findet sich genug Material, um sich zu informieren und als Grundlage für Interviews zu verwenden:

          Unsere Ziele | Piratenpartei Deutschland

          Zu diesen vernachlässigten Kernthemen gehören die Unterpunkte: Informationelle Selbstbestimmung, Open Access, Informationsfreiheitsgesetze, Urheberrecht, Whistleblowerschutz, Patentrecht, Freie demokratisch kontrollierte technische Infrastruktur, Teilhabe am digitalen Leben

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            Tja. Dabei wäre das außerordentlich interessant gewesen. Denn eins steht fest: In Sachen Urheberrecht haben sie etwas vor, gegen das der Kampf der Grünen gegen Atomkraft ein Spaziergang gewesen ist. Denn da haben sie alle und jeden gegen sich. Jeden Konzern, die gesamten etablierten Medien und die Mehrzahl der Künstler auch noch.

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              Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
              In Sachen Urheberrecht haben sie etwas vor, gegen das der Kampf der Grünen gegen Atomkraft ein Spaziergang gewesen ist. Denn da haben sie alle und jeden gegen sich. Jeden Konzern, die gesamten etablierten Medien und die Mehrzahl der Künstler auch noch.
              Das würden vermutlich andere Länder gar nicht zulassen. Nehmen wir Dan Browns neuen Roman. Er landet im Netz, und von an an bekommt weder Dan noch seine Vertriebsfirma einen Cent für jahrelange Arbeit und Promotion. Damit würde sich Deutschland unmöglich machen. Keinen ausländischen Roman oder Film oder Musik würde man unserem Land noch anvertrauen.

              Ich habe neulich in einer Kneipe einen Graphiker/Künstler und Fotografen kennengelernt. Er war nicht mehr ganz nüchtern, aber er meinte, ihm seiner Werke zu berauben, sie als Allgemeingut zu verjockeln, sobald sie nur irgendein Depp ins Netz stellt, wäre nicht nur das Ende seiner beruflichen Existenz, weil ihn keiner mehr bezahlen würde, es wäre für ihn auch Schmerz, als würde man ihm eins seiner Kinder wegnehmen. Das war die Kurzform dessen, was er alles sagte. Es war jedenfalls sehr eindringlich.

              Was genau die Piraten da vorhaben, weiß ja wohl eh noch keiner, aber es ist schon maßlos arrogant und vor allem selbstgerecht, über fremder Leute Kreativität und Eigentum verfügen zu wollen und festzulegen, deren Musik/Kunst/Bilder etc. wäre ab jetzt Allgemeingut.

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                Zitat von Gil Grissom Beitrag anzeigen

                Was genau die Piraten da vorhaben, weiß ja wohl eh noch keiner, aber es ist schon maßlos arrogant und vor allem selbstgerecht, über fremder Leute Kreativität und Eigentum verfügen zu wollen und festzulegen, deren Musik/Kunst/Bilder etc. wäre ab jetzt Allgemeingut.
                Ne schöne Tirade. Nur leider am Ziel vorbei. Bevor man anfängt zu schimpfen sollte man schon wissen was die Piraten überhaupt wollen.
                When I feed the poor, they call me a saint.
                When I ask why the poor are hungry, they call me a communist.


                ~ Hélder Câmara

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                  Ich steig da noch nicht ganz durch, ich geb nur weiter, wie sich ein (und wahrscheinlich noch andere) Künstler von den Piratenzielen vorgeführt fühlt.

                  Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit. Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.
                  Wenn jemand durch eigene Kreativität einen Roman schreibt, Musik komponiert oder eine Grafik erstellt, gibts keinen Anlass und schon gar keine Rechtfertigung, da irgendwas dem öffentlichen Raum zurückzuführen.

                  Manche wollen nicht mal veröffentlicht werden. Sie schaffen etwas FÜR SICH oder für das eigene Hochzeitsalbum oder die eigene Homepage. Die Rechtfertigung, über sowas frei verfügen zu wollen, liest sich pompös und schwammig zugleich. Dass sich Künstler dafür freiwillig hergeben, glaube ich nicht. Das kommt einer kreativen Enteignung gleich, noch bevor das Werk überhaupt entstanden ist.
                  Zuletzt geändert von Gil Grissom; 08.11.2011, 16:53.

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                    Zitat von Gil Grissom Beitrag anzeigen
                    Wenn jemand durch eigene Kreativität einen Roman schreibt, Musik komponiert oder eine Grafik erstellt, gibts keinen Anlass und schon gar keine Rechtfertigung, da irgendwas dem öffentlichen Raum zurückzuführen.
                    Wenn jemand einen Roman schreibt, Musik komponiert oder eine Grafik erstellt, dann benutzt er unweigerlich öffentliche Güter. Nicht zuletzt seine kostenlose Schulbildung. Von daher ist es nur fair, zu verhindern, dass die kostenlose Reproduktion dieser Werke bei irgendjemanden leistungsloses Einkommen erzeugt. Wenn Mathematiker oder Physiker sich im letzten Jahrhundert diese Attitüde einiger Künstler und deren Industrie zu eigen gemacht hätten, würdes du heute keinen Computer benutzen können!
                    können wir nicht?

                    macht nix! wir tun einfach so als ob!

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                      Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
                      Wenn jemand einen Roman schreibt, Musik komponiert oder eine Grafik erstellt, dann benutzt er unweigerlich öffentliche Güter. Nicht zuletzt seine kostenlose Schulbildung.
                      Die erhält jeder, vom Maurer bis zum Dauerstudenten. Aber nicht jeder nutzt sie dazu, kreativ zu sein. Steuern zahlt jeder, Künstler und Nicht-Künstler. Aber nur die Künstler will man den Rechten an ihrer kreativen Arbeit berauben? Das ist nicht fair.

                      Wie gesagt, ich durchschaue die blumigen Worte auf der Side nicht komplett, aber wenn sich Künstler von den Piratenzielen schwer angepisst fühlen, ist mir das Grund für mich, meine Sympathien entsprechend zu eichen. Denn Bücher, Filme und Musik bedeuten mir sehr viel. Wenn da jemand die Schöpfer dahinter anpissen will, dann gefällt mir das nicht.

                      Von daher ist es nur fair, zu verhindern, dass die kostenlose Reproduktion dieser Werke bei irgendjemanden leistungsloses Einkommen erzeugt. Wenn Mathematiker oder Physiker sich im letzten Jahrhundert diese Attitüde einiger Künstler und deren Industrie zu eigen gemacht hätten, würdes du heute keinen Computer benutzen können!
                      Wenn gewährleistet ist, dass den Künstlern kein ideeller und materieller Schaden entsteht, kann man sich da gern umorientieren. Nur habe ich nicht den Eindruck, dass das der Fall ist.

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                        Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
                        Wenn jemand einen Roman schreibt, Musik komponiert oder eine Grafik erstellt, dann benutzt er unweigerlich öffentliche Güter. Nicht zuletzt seine kostenlose Schulbildung.
                        Aber das ist beim Bäcker doch auch nicht anders, der profitiert auch von öffentlichen Gütern, seiner kostenlosen Schulbildung, der Infrastruktur, etc.; und trotzdem bekommt er Geld für seine Brötchen.

                        Im Übrigen werden diese "kostenlosen" öffentlichen Leistungen ja auch bezahlt, vom Bäcker wie vom Roman-Autor, und zwar dadurch, dass sie auf ihr Einkommen Steuern bezahlen.

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                          Oh, ich habe nicht gewusst, dass Mathematiker und Physiker kostenlos arbeiten.

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                            Zitat von Gil Grissom Beitrag anzeigen
                            Wenn jemand durch eigene Kreativität einen Roman schreibt, Musik komponiert oder eine Grafik erstellt, gibts keinen Anlass und schon gar keine Rechtfertigung, da irgendwas dem öffentlichen Raum zurückzuführen.

                            Manche wollen nicht mal veröffentlicht werden. Sie schaffen etwas FÜR SICH oder für das eigene Hochzeitsalbum oder die eigene Homepage. Die Rechtfertigung, über sowas frei verfügen zu wollen, liest sich pompös und schwammig zugleich. Dass sich Künstler dafür freiwillig hergeben, glaube ich nicht. Das kommt einer kreativen Enteignung gleich, noch bevor das Werk überhaupt entstanden ist.
                            Zwangsenteignung von noch lebenden Künstlern gehört nach allem was ich bisher gehört habe nicht zum Programm der Piraten.

                            Aber wenn wir hier jetzt brachial ausholen, ohne zu wissen worum es eigentlich geht, dann wenigstens konsequent: Tantiemen sollte es auch geben für die Familien Gauss, Riemann, Curie... und natürlich auch die Erben von Pythagoras, die sollten jedes Mal Geld kriegen, wenn rechtwinklige Dreiecke verwendet werden..

                            Edit: oh, ich habe irgendwie blueflash ergänzt.

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                              Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
                              Oh, ich habe nicht gewusst, dass Mathematiker und Physiker kostenlos arbeiten.
                              Ich finde, dass Mathematiker und Physiker, die vom Staat bezahlt werden (z.B. weil sie an Universitäten oder staatlich finanzierten Forschungseinrichtungen arbeiten) ihre Erkenntnisse durchaus dem Geldgeber - sprich: dem Steuerzahler - zur Verfügung stellen sollen müssten. Oft tun sie das ja auch.

                              Ganz anders sieht es aber aus, wenn ein Privatunternehmen diese Leute beschäftigt oder sie auf eigene Rechnung arbeiten!

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                                Genau das ist der Unterschied, der einigen etwas unbedarfteren Gemütern anscheinend nicht klar ist. Beim Staat oder sonstwo angestellte Physiker und Mathematiker beziehen ein Gehalt. Künstler sind üblicherweise Freiberufler. Das heißt, es zahlt ihnen niemand ein Gehalt. Sie leben vom Verkauf ihrer Werke.

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